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Eigentlich wollte Rabea Hullerum nie studieren. "Ich bin eher faul", sagt die gebürtige Coesfelderin über sich. Doch ein Blick auf ihren Lebenslauf genügt, um vom Gegenteil überzeugt zu sein: Im Laufschritt absolvierte sie nach dem Abitur ihre Ausbildung, sammelte zwei Jahre Berufserfahrung, schrieb sich an der Fachhochschule Münster in Betriebswirtschaft ein und zog ihr Bachelorstudium in der Regelstudienzeit durch. Trotzdem nahm sie sich währenddessen stets Zeit, um zu arbeiten.
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| ![]() Eigentlich wollte Rabea Hullerum nie studieren. Heute ist sie da, wovon sie vor zehn Jahren nicht zu träumen gewagt hätte. |
Hullerum hatte immer den Drang, sich praktisch zu betätigen. Natürlich spielte dabei auch die finanzielle Motivation eine Rolle, aber nicht nur das. "Meine Nebentätigkeiten haben vor allem tierischen Spaß gemacht", erinnert sich die 29-Jährige zurück, die unter anderem als Tutorin am Fachbereich Wirtschaft ihr Wissen an andere Studierende weitergab. Während ihres Studiums setzte sie sich das Ziel, so viele Unternehmen wie möglich kennenzulernen. Sie machte zunächst ein Praktikum bei einer Unternehmensberatung und erhielt prompt ein Angebot für einen Nebenjob, das sie annahm. Auch plante Hullerum, eine praxisnahe Bachelorthesis in einem Betrieb zu schreiben: "Im Studium fand ich Logistik und Supply Chain Management sehr interessant." Während ihres dreimonatigen Praktikums bei dem auf Kaffeezubereitung spezialisierten Unternehmen Melitta kam ihr die Idee für das Thema der Bachelorarbeit. Im Februar 2009 Jahr machte sie ihren Abschluss.
Anschließend entschloss sie sich dazu, ihre Logistikkenntnisse in einem Masterprogramm an der Fachhochschule Münster zu vertiefen. Neben der Theorie reizte Hullerum aber auch weiterhin die Praxis: Sie absolvierte ein dreimonatiges Praktikum bei der EHG Service GmbH - der Muttergesellschaft der Ernsting's family GmbH & Co. KG. Das Praktikum stellte die Eintrittskarte für ein Praxissemester dar, was ihr schließlich den direkten Berufseinstieg ermöglichte. Bereits vor ihrem Masterabschluss hatte die Studentin ein Jobangebot in der Tasche.
War der bisherige Weg das Ergebnis perfekter Planung? Hullerum antwortet darauf, einiges habe sie bewusst vorbereitet, anderes sei eher eine glückliche Verkettung von Zufällen gewesen. Der Teil, den sie beeinflussen konnte, überwiegt aber: Denn am Ende haben ihre Leistungen und ihr kontinuierliches Engagement den Ausschlag dafür gegeben, dass sie den Einstieg so leicht gefunden hat. "Im Studium habe ich gelernt, dass mit Anstrengung alles zu schaffen ist", sagt die Betriebswirtin. Heute ist sie da, wovon sie vor zehn Jahren nicht zu träumen gewagt hätte. Alles hat sie sich selbst erarbeitet. Darauf kann sie stolz sein.
Stifterunternehmen schaffen Kompetenzzentrum Geschäftsprozessmanagement in Coesfeld
Wie sich am Beispiel Rabea Hullerum zeigt, setzen die Unternehmen auf frühe Nachwuchsgewinnung. Da setzt das Kompetenzzentrum Geschäftsprozessmanagement der Fachhochschule Münster in Coesfeld an. Zwölf Stifter engagieren sich hier, um Lehre, Forschung und Praxis eng miteinander zu verzahnen und früh qualifizierten Nachwuchs für den Betrieb zu gewinnen.
„Neben unternehmensnaher Forschung sind in der Lehre für die Bachelor- und Masterstudiengänge Vertiefungsmodule in Coesfeld vorgesehen“, erläutert Prof. Dr. Vallée, der maßgeblich an der inhaltlichen Ausgestaltung des Konzeptes für das Zentrum mitgewirkt hat. Im Coesfelder Stadtschloss werden regelmäßig Studierende beraten und Vorlesungen durchgeführt. Daneben lassen die Stifterunternehmen Fragen der strategischen Unternehmensentwicklung kritisch durch die Fachhochschule begleiten.
Bürgermeister Öhmann unterstreicht, dass die Kreisstadt auch im Hochschulbereich an Zentralität gewinnen will. „Bei Einkaufen, Arbeitsmarkt und schulischer Bildung haben wir bereits sehr gute Werte. Nun haben wir uns dieses Ziel auch bei der Hochschulbildung gesetzt, um aktiv dem drohenden Nachwuchsmangel zu begegnen.“ Der Verwaltungschef dankt den zwölf Stifterunternehmen für ihr Engagement in der Region. Es komme letztlich allen zugute. „Auch Unternehmer, die nicht zu den Stiftern zählen, können das Kompetenzzentrum nutzen.“
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