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14.06.2017

Regionale 2016: Fünf neue A-Projekte zum Abschluss

Der Lenkungsausschuss der Regionale 2016 hat grünes Licht gegeben für die Projekte "Schlösser- und Burgenregion Münsterland", das "Droste-Kulturzentrum" und drei weitere Vorhaben

Foto: Regionale 2016

Der Lenkungsausschuss der Regionale 2016 hat grünes Licht für fünf weitere Projekte gegeben. Den A-Status erhielten die Vorhaben „Schlösser- und Burgenregion Müns-terland“, „Werne neu verknüpft“, „Netzwerk Baukultur“, „Droste Kulturzentrum – Zukunftsort Literatur“ und „Faszination LandLeben“. Insgesamt 36 Projekte haben damit, zwei Wochen vor der offiziellen Abschlussveranstaltung der Regionale 2016, den Sprung über die Ziellinie geschafft.

„Mit dieser Bilanz kann das westliche Münsterland mehr als zufrieden sein. Es stimmt nicht nur die Anzahl an Projekten, sondern ebenso ihre Qualität. Das stellen auch die fünf Projekte unter Be-weis, die heute ausgezeichnet wurden. Der Lenkungsausschuss hat zudem die verbliebenen B- und C-Projekte noch einmal gewürdigt und die Verantwortlichen ermutigt, an den Projekten auch nach Ende der Regionale weiterzuarbeiten“, sagt Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur. Die Sitzung des Lenkungsausschusses, dem wichtigsten Gremium der Regionale 2016, fand passender Weise im kult Westmünsterland in Vreden statt: Der neue Kulturort ist im Zuge der Regionale 2016 entstanden und wird in wenigen Wochen, am 13. Juli, offiziell eröffnet.

Während die Arbeiten am kult Westmünsterland bereits abgeschlossen sind, erfolgte heute für fünf weitere Projekte der Startschuss für die Umsetzungsphase. So wird sich in den kommenden Jah-ren die Schlösser und Burgenregion Münsterland weiterentwickeln. Ziel des Projekts ist es, neue Angebote für den Themenradweg „100-Schlösserroute“ zu entwickeln, sowie gemeinsam mit Burg-besitzern und Unternehmen neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Hierfür entsteht ein neues Informations- und Leitsystem und die Befahrbarkeit und Sicherheit vorhandener Fahrradwe-ge wird verbessert. Mit Burg- und Schlossherren laufen die Planungen, wie Bauwerke für Besucher besser zugänglich und interessanter inszeniert werden können. Der „1. Schlösser- und Burgentag Münsterland“ am kommenden Wochenende ist ein erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Als Perspektivbaustein ist ein Lyrik-Themenweg geplant, der von Burg Hülshoff in Havixbeck bis nach Haus Rüschhaus in Münster-Nienberge führt. Das Gesamtprojekt „Schlösser und Burgenregion Münsterland“ wird unter Federführung des Münsterland e.V. durchgeführt. Von den vorgesehenen 11,2 Millionen Euro Investitionen kann ein Großteil mit Hilfe des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) abgedeckt werden.

Die Burg Hülshoff ist nicht nur Zielpunkt des Lyrikwegs, sondern auch Schauplatz des Projektes Droste Kulturzentrum – Zukunftsort Literatur. Das literarische Erbe von Annette von Droste-Hülshoff wird künftig besser für Besucher zugänglich sein und die Gebäude dauerhaft gesichert. Die derzeit leer stehende Vorburg wird zum kreativen Zentrum ausgebaut – mit multifunktionalen Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Arbeitsräumen. In die ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude im Eingangsbereich der Burg zieht das neue Droste-Institut ein, in dem die wissenschaft-liche Droste-Forschung konzentriert wird. Zudem steht eine Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien in Köln fest: Literaturstudierende können künftig ein mehrwöchiges Forschungs-Programm auf Burg Hülshoff absolvieren. Projektträger sind die Annette von Droste-Hülshoff Stif-tung und die Gemeinde Havixbeck. 7 Millionen Euro werden investiert, davon 4,6 Millionen Euro aus der Bundesförderung „Nationale Projekte des Städtebaus“ und 1,6 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Grünes Licht für die Umsetzung erhielt heute ebenfalls das Projekt Werne neu verknüpft. Die Stadt verbindet mit ihrem Vorhaben die Themenfelder Verkehr, Gewässerentwicklung, Städtebau und Energie. Zentrales Ziel ist es, die trennende Wirkung der viel befahrenen Münsterstraße (B54) in Werne aufzuheben und die Stadtbereiche westlich des historischen Zentrums besser anzubin-den. Der Bund, Straßen NRW und der Kreis Unna haben zugestimmt, dass die B54 künftig über die westliche Ortsumgehung (L518) verlaufen und somit die Münsterstraße zurückgebaut werden kann. Der parallel verlaufende Bach Horne wird auf einer Länge von 2,5 Kilometern ökologisch aufgewer-tet und eine Uferpromenade sowie neue Erholungs- und Aufenthaltsflächen geschaffen. Als Per-spektiv-Baustein soll im Zuge der Straßenbauarbeiten auch ein Nahwärmenetz entstehen, das an-liegende öffentliche und private Gebäude miteinander vernetzt und mit Wärme versorgt. Für „Werne neu verknüpft“ sollen 19,5 Millionen Euro investiert werden. Rund 13,8 Millionen Euro Fördergelder werden erwartet, der Großteil aus der Städtebauförderung und EU-Mitteln zur Umsetzung der Was-serrahmenrichtlinie.

Im Netzwerk Baukultur im westlichen Münsterland arbeiten der Verein Dorfentwicklung Dingden, der BauKulturWerkstatt e.V. Billerbeck sowie die Gemeinde Havixbeck zusammen. Ziel ist es, den besonderen Wert der „münsterländischen Baukultur“ in den Fokus zu rücken und zu sichern. Inte-ressierte finden künftig in Havixbeck eine ideale Anlaufstelle: Das Baumberger Sandstein-Museum wird zu einem Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur ausgebaut und inhaltlich erweitert. Auf dem Gelände entstehen neue Veranstaltungs- und Ausstellungsräume. Das Sandsteinmuseum wird zum außerschulischen Lernort und zum kulturellen Begegnungszentrum. Die vorhandene Re-mise wird durch einen Neubau ersetzt, in dem Gastronomie, Werkstatt und Empfangsbereich Platz finden. Die vorhandene Ausstellung im Museum wird ausgebaut. 1,1 Millionen Euro Investitionen fließen in das Projekt, 664.000 Euro davon aus Fördermitteln. Der Kreis Coesfeld wird zudem sei-ne jährlichen Zuschüsse erhöhen und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine „Koor-dinierungsstelle für Baukultur“ am Standort für 15 Jahre finanzieren. In Billerbeck hat der BauKul-turWerkstatt e.V. sich zum Ziel gesetzt, auch in den kommenden Jahren das Thema Baukultur über Veranstaltungen und Aktionen in die Öffentlichkeit zu tragen. Der dritte Partner, der Verein Dorf-entwicklung Dingden, möchte in einem leerstehenden Gebäude eine „BaukulturStelle“ einrichten. Dieser Baustein ist noch in der Entwicklung, allerdings hat sich jetzt ein Investor gefunden, der das Gebäude kaufen, renovieren und Räume für ehrenamtliche Vereinsarbeit kostenfrei zur Verfügung stellen möchte.

Als fünftes Projekt wurde heute Faszination LandLeben mit dem A-Stempel ausgezeichnet. Pro-jektträger ist die Fachschule für Agrarwirtschaft Borken. Die Auszeichnung verlieh der Lenkungs-ausschuss für die erfolgreich durchgeführten interdisziplinären Studierenden-Workshops: Die Ar-beiten zum Stallbau der Zukunft (2014), zu bionischen Ansätzen zur Wassernutzung in der Land-wirtschaft (2015) und zur Rolle von Wildpflanzenmischungen für die Biogasgewinnung über die Region hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt. Eine weitere Förderung ist für das Projekt nicht erfor-derlich. „Der A-Stempel ist somit Anerkennung für die ungewöhnlichen Formate und Themen, die die Fachschule gesetzt hat. Ich würde mir wünschen, dass diese erfolgreiche und innovative Ver-anstaltungsreihe fortgesetzt wird“, sagt Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur.