Stadt Coesfeld

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Historischer Stadtrundgang

Coesfeld blickt auf eine wechselvolle 800jährige Geschichte zurück. In der kompakten City mit der grünen Promenade und Berkelumflut gibt es so manches Kleinod zu entdecken:

01 Ehemaliges Schloss
ehemaliges SchlossEhemaliges SchlossDie heute von der Stadt Coesfeld teilweise als Verwaltungsgebäude genutzte ehemalige Liebfrauenburg war ursprünglich ein Jesuitenkolleg. Die Anlage wurde zwischen 1664 und 1666 vermutlich nach den Plänen des Baumeisters Peter Pictorius gebaut. Ab 1803 nutzte sie der Wild- und Rheingraf, der spätere Fürst zu Salm-Horstmar, als Schlossgebäude. Die Straßendurchfahrt wurde nach dem Krieg beim Wiederaufbau des zerstörten Gebäudes angelegt, das dann als Provinzialhaus und Kloster des Ordens der Schwestern "Unserer Lieben Frau" diente. 1977 erwarb die Stadt Coesfeld das Klostergebäude mit samt dem Park; die Schwestern bezogen ihr neues Kloster "Annenthal" am Gerlever Weg.

 

02 Evangelische Kirche
Die evangelische Kirche wurde zwischen 1673 und 1692 als Jesuitenkirche St. Ignatius vom Laienbruder Anton Hülse erbaut, Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen legte 1673 ihren Grundstein. Sie bildete das Kernstück einer Jesuitenniederlassung. Der prunkvolle, barocke Hauptaltar der einschiffigen Kirche wurde 1945, ebenso wie die Kirche selbst, ein Opfer der Bomben. Er fand einen angemessenen Ersatz durch den Fürstenberg-Altar der Soester Minoritenkirche aus dem 17. Jahrhundert. Wiederaufbau der Kirche: 1954/1955. Seit 1969 ist dieses Gotteshaus eine evangelische Kirche.

 

03 Marktkreuz
Eines der ältesten Symbole Coesfelds ist das nachgebildete Marktkreuz vor dem Rathaus. Das Kreuz sah zu seinen Füßen das Gericht, ebenso die feierliche Vereidigung der städt. Beamten. Seit dem 750-jährigen Jubiläum der Stadt im Jahre 1947 findet die Vereidigung des Rates wieder nach alter Sitte vor dem Kreuz statt.

 

Coesfelder Rathaus04 Rathaus
Auf dem Marktplatz der Stadt befindet sich an der Ostseite das Rathaus. Das alte gotische Rathaus, in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges völlig zerstört, stand an der Nordseite des Platzes. Der Neubau wurde im Jahre 1955 vollendet. Über dem Eingang ist das Coesfelder Stadtwappen - der Ochsenkopf - angebracht. In der Eingangshalle befindet sich die "tourist-information". Ihr gegenüber findet sich ein Sgraffito des Künstlers R. Schreiber mit dem Titel "Phönix aus der Asche" aus dem Jahr 1955.

 

05 St. Lamberti
St. Lamberti-KircheSt. LambertiDie Lamberti-Kirche hat im Laufe der Zeit mehrere Umbauten erfahren. Aus der ehemaligen romanischen Kirche hat sich eine gotische Hallenkirche entwickelt. Der städtebaulich wirkungsvolle barocke Turm, erbaut durch Gottfried Laurenz Pictorius (1686 - 1703), zeigt Einflüsse des holländischen Klassizismus. Im Innern hinter dem Hochaltar befindet sich das Coesfelder Kreuz. Das Gabelkreuz aus dem 14. Jahrhundert, in welchem sich eine Reliquie des heiligen Kreuzes befindet, wird besonders bei den Kreuzprozessionen geehrt.

 

06 Antonius-Kapellchen
Das Antonius-Kapellchen an der Ecke Neustraße / Pumpengasse ist vor etwa 600 Jahren entstanden. Die gotische Figur des Einsiedlers Antonius stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das Kapellchen wurde im letzten Krieg zerstört und in der Nähe des alten Standortes neu aufgebaut.

 

07 Ehemalige Synagoge
Die ehemalige Synagoge diente früher der seit dem Mittelalter in Coesfeld nachgewiesenen jüdischen Gemeinde. Durch Übergang in Privatbesitz im Jahre 1938 ist dieses historische Gebäude, das als eines der wenigen Bauwerke dieser Art in Westfalen gilt, erhalten geblieben. Im Inneren befindet sich ein schlichter, gut gegliederter Saal, in dem noch die Frauenempore und die altarähnliche Umrahmung für den Thoraschrein erhalten sind. Nach Kriegsschäden wurde das Gebäude in den Jahren  1964 und 1966 wiederhergestellt. Heute ist es Gotteshaus der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Coesfelds.

 

08 Stadtbücherei / Stadtarchiv
Die moderne Bücherei wurde 1977 fertig gestellt. Sie verfügt über ein umfangreiches Medienangebot. Hier ist im Untergeschoss auch das Coesfelder Stadtarchiv untergebracht, eines der bedeutendsten Kommunalarchive des Münsterlandes. Es besitzt einen großén BEstand wertvoller Urkunden, beginnend mit den Dokumenten, die in Verbindung mit der Stadtrechtsverleihung von Bischof, Kaiser und dem Propst von Varlar unterzeichnet wurden. Das neobarocke Portal der Bücherei stammt vom ehemaligen Lehrerseminar aus dem Jahr 1908, das 1926 zu einem Mädchenaufbaugymnasium umgebaut wurden. Seit Dezember 2004 ist auch das Puppen- und Spielzeugmuseum in dem Gebäude beheimatet.

 

ehemalige Umspannstation09 Ehemalige Umspannstation
Die alte Umspannstation am Burgring stammt aus dem Jahre 1910. Da das Bauwerk im Bereich der ehemaligen Stadtmauer errichtet wurde, ist es für die geschichtliche und bauliche Entwicklung der Stadt von besonderer Bedeutung. Es handelt sich um einen dreigeschossgien Turm, der im unteren Bereich aus Bruchsteinmauerwerk besteht und im oberen Teil mit Putzflächen versehen ist. Genutzt wird das Gebäude zur Zeit nicht mehr.

 

 

 

10 Ruine der Ludgerusburg
Die Ruine des Torhauses der Ludgerusburg mit Festungsbauwerken stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Ludgerusburg ist unter dem Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen errichtet, aber nie vollendet und nach dem Tod des Bischofs abgerissen worden. Die Torhausruine hat seitlich korbbogig geschlossene Nischen und teilweise Schießscharten.

 

Walkenbrückentor

Walkenbrückentor11 Walkenbrückentor / Stadtmuseum
Die Walkenbrücker Toranlage ist ein Rest der Stadtbefestigung des 14. Jahrhunderts. Während des 2. Weltkrieges wurde sie stark beschädigt und nach 1945 im äußeren Erscheinungsbild wieder hergestellt. Es handelt sich um einen dreigeschossigen, rechteckigen Ziegelbau mit Spitzbogenfries auf Konsolen. Hier befindet sich auch das Stadtmuseum, "Das TOR", geöffnet: Di. und Fr. 9.00 - 12.00 Uhr, Mi. 14.00 - 16.00 Uhr.

 

12 Kreishaus
Es handelt sich hier um eine neubarocke, zweigeschossige Dreiflügelanlage von 1925/27 aus Backsteinmauerwerk. Die Dreiflügelanlage hat Walmdächer mit Pfannendeckung und flachgieblige Gaubenaufsätze. Die Bauform nimmt die Tradition der Münsterländischen Schlossbaukunst auf. In dem Gebäude ist ein Teil der Kreisverwaltung untergebracht.

 

Pulverturm13 Pulverturm
Das Gebäude ist eine Turmanlage aus der Stadtbefestigung, die Mitte des 14. Jahrhunderts in Form eines doppelten Mauerrings mit Türmen, Umflut und Wall errichtet worden ist. Es handelt sich um einen Rundturm aus Backsteinen über zwei Geschosse mit Kegelhaube und Mittelkamin.

 

Wehranlage an der Umflut 

Wehranlage Umflut14 Wehranlage-Umflut
Das frühere Mühlenbebäude an der Umflut wird schon im 16. Jahrhundert erwähnt. Es wurde als Kupfer-, Loh-, Graupen- und zuletzt als Papiermühle genutzt. Anfang des Jahrhunderts wurde die Mühle in ein Wohnhaus umgebaut und gelangte in Privatbesitz.

 

15 St. Jakobi
Die ursprünglich bischöfliche Kapelle, 1195 dem Kloster Varlar übertragen, wurde noch vor 1258 Pfarrkirche. 1945 durch Bomben völlig zerstört, wurde der Ziegelbau im neuromanischen Stil neu errichtet. Aus den Trümmern konnte der romanische (13. Jh.) Triumphbogen geborgen werden.
Er befindet sich im 45m hohen Turm und gehört zu den schönsten Werken romanischer Baukunst. Rundbogig, mit je vier eingestellten Säulen und reich mit Rankenfriesen und Klötzchenmustern ornamentiert, besitzt das Stufenportal als oberen Abschluss einen Kleeblattbogen.

 

Natz-Thier-Haus16 Natz-Thier-Haus
Das Hinterhaus der alten Zinngießerei Thier in der Pfauengasse bestand in seiner Grundsubstanz schon im 17. Jahrhundert. Es ist eingeschossig aus Backsteinen errichtet und hat ein Satteldach. Dieses Gebäude ist wohl das letzte Nebengebäude eines Bürgerhauses, das in Coesfeld vorhanden ist. Heute beherbergt das Haus ein Werkstattlädchen der Behindertenwerkstatt Haus Hall und eine Gedenkstätte des Mundartdichters Natz Thier, der in dem Haupthaus an der Letter Straße groß wurde.

 

BischofsmühleBischofsmühle17 Bischofsmühle
Die Bischofsmühle zählt zu den ältesten Wassermühlen des Westmünsterlandes. 1214 bis 1594 gehörte sie dem Bischof zu Münster und ging später in Privatbesitz über. Das Gebäude diente bis zum 1. Weltkrieg als Getreidemühle. An der linken Uferseite des Honigbaches gelegen, hat es heute noch ein Wasserrad und drei Stauteiche.

 

Letter Windmühle18 Letter Windmühle
Die Letter Windmühle ist das Wahrzeichen des Ortsteils Lette. Die Mühle, die im Jahr 1813 auf dem Horst-Esch von dem Wirt Anton Hülskamp erbaut wurde, kam 1891 in den Besitz der langjährigen Pächterfamilie Rütter. Sie baute die Mühle nach den damals gegebenen Vorgaben um. Es ist eine viergeschossige, hölzerne Kappenwindmühle mit Umgang am ersten Geschoss.
Besichtigung nach Vereinbarung, Telefon: (02546) 98804.

 

 

 

19 Kriegerehrenmal
Das 1928 von dem in Coesfeld geborenen Prof. Joseph Enseling geschaffene Denkmal steht auf dem ehemaligen Friedhof der Pfarrei St. Jakobi. es erinnert an die Opfer des 1. Weltkriegs. In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts endstand eine intensive Diskussion über die Zeitgemässheit. Der in Billerbeck lebende Künstler Prof. Jörg Heydemann schuf mit seiner 1992 eingeweihten Erweiterung eine künsterlisch überzeugende Lösung, um der Opfer für Gewalt und Faschismus an selber Stelle zu gedenken. Höltings Hof

 

Höltings´s Hof20 Höltings Hof
Der Hof, der schon seit dem Mittelalter unter diesem Namen nachweisbar ist, wurde anch dem zweiten Weltkrieg zur Bildungsstätte für Jugendliche. 2001 schloss die Einrichtung. 2003 übernahm die Familie Ernsting das Gebäude und richtete hier neben einem begehbaren Museumsdepot für zeigenössische Glaskunst auch ein Café ein.
Informationen unter (02546) 930511.

 

21 Bahnhof Lette
Das Technische Eisenbahnmuseum "Alter Bahnhof Lette (Kr Coesfeld)" befindet sich im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs Lette an der internationalen Kursbuchstrecke 412 Dormund-Lünen-Coesfeld-Gronau-Enschede, die schon 1875 eingerichtet wurde. 1904 - 1907 erweiterte man das Bahnhofsgebäude um einen Warteraum und die Güterabfertigung. Nach der Auflassung des Bahnhofes 1990 übernahm der kurz zuvor gegründete Museumsverein des Gebäude und richtete dort seine Ausstellung ein, die regelmäßig um Sonderausstellungen und Open-air Veranstaltungen ergänzt wird. Das Eisenbahnmuseum im Bahnhof Lette ist jeden ersten Sonntag im Monat von 15.00 - 18.00 Uhr geöffnet. Die Sonderveranstaltungen kündigt der Verein auf seiner Homepage an.

 

WBKWBK22 WBK
1938/1939 entstand das Wehrbezirkskommando (WBK) an der Osterwicker Straße. Von kriegerischen Auswirkugnen blieb der einzige militärische Zweckbau in Coesfeld weitgehend verschont. Deshalb wurden dort nach 1945 fast alle zivilen Behörden und die englische Militärverwaltung untergebracht. Nach der Gründung der Bundeswehr übernahm die Verwaltung des Wehrbereichskommandos das Gebäude bis zur Verlegung nach Münster. Die Ernsting Stiftung übernahm das Gebäude und richtete dort Räumlichkeiten für Wissen, Bildung und Kultur (WBK) ein. Heute findet sich, das Ensemble abschließend, an der Stelle des ehemaligen Kartenlagers das 2007 eröffnete Konzert Theater Coesfeld.

 

23 Kirche St. Johannes
Die neuromanische Kirche wurde 1914 eingeweiht, nachdem die aus dem 15. Jahrhundert stammende Pfarrkirche als zu klein befunden worden war. Die gesamte Gemeinde spendete für den Neubau. Aus der alten Kirche wurden Heiligenfiguren wie die Doppelmadonna und Johannes den Täufer, die Pièta, ein Taufstein aus dem Jahr 1890, die drei Glocken aus dem 17. Jahrhundert, ein Beichtstuhl und mehrere Weihwasserbecken übernommen.

Die Walkenbrücker Toranlage ist ein Rest der Stadtbefestigung des 14. Jahrhunderts. Während des 2. Weltkrieges wurde sie starkt beschädigt und nach 1945 im äußeren Erscheinungsbild wieder hergestellt. Es handelt sich um einen dreigeschossigen, rechteckigen Ziegelbau mit Spitzbogenfries auf Konsolen. Hier befindet sich auch das Stadtmuseum, "Das Tor", geöffnet: Di + Fr. 9.00 - 12.00 Uhr, Mi. 14.00 bis - 16.00 Uhr.