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Herrin der Hausnummern

AZ-Reihe Gläsernes Rathaus

Herrin der Hausnummern

Vermessungstechnikerin Sigrid Wenderdel vergibt Hausnummern, pflegt das Kataster, wickelt Umlegungsverfahren ab


Coesfeld. Sie muss sehr genau arbeiten. Anders kennt es Sigrid Wenderdel nicht und will es wohl auch nicht: Die staatlich geprüfte Vermessungstechnikerin mag ihre Arbeit. Im Fachbereich Planung, Bauordnung, Verkehr ist die Mutter von zwei erwachsenen Kindern für die Vergabe von Hausnummern, das städtische Kataster – zum Beispiel für Grünflächen und Straßen - und die Umlegungsverfahren zuständig. Besonders schätzt sie, dass ihre Arbeit abwechslungsreich ist und mit vielen Kontakten zu Mitarbeitern anderer Behörden einhergeht. Seit 13 Jahren ist die Billerbeckerin im Rathaus tätig, seit eineinhalb Jahren für die Vergabe von Hausnummern zuständig.

„Es liegt im Interesse der Bürger, die Hausnummer deutlich sichtbar anzubringen. Nur dann können Arzt, Feuerwehr, Notdienst, Post und Zustelldienste sofort erkennen, um welches Gebäude oder um welche Wohnung es sich handelt“, erläutert Sigrid Wenderdel. Grundlage dafür ist § 126 Absatz 3 des Baugesetzbuches, wonach der Eigentümer sein Grundstück mit der von der Gemeinde festgesetzten Nummer zu versehen hat. „Generell teilen wir dem Eigentümer die amtliche Hausnummer mit der Baugenehmigung mit, entweder bei der Baubeginnanzeige (Freistellungsverfahren ohne Abweichung vom Bebauungsplan) oder mit Erteilung der Genehmigung“. Dabei gilt die alte Regel: rechts die geraden Hausnummern, links die ungeraden. Warum das so ist? „Das hat sich so eingebürgert und bewährt“, sagt die Vermessungstechnikerin und blickt hinunter auf den Marktplatz.

Typisch ist auch die A B C-Anfügung bei Hinterliegergrundstücken, die in Coesfeld nicht selten sind. „Klärungsbedarf gibt es schon einmal bei Nutzungsänderungen oder Gebäudeteilungen in mehrere Wohneinheiten, zweiten Eingängen oder ähnlichem. Das lässt sich jedoch schnell lösen“. Wesentlich schneller als ihr Hauptgeschäft: Das Genauigkeit fordernde Kataster- und Vermessungswesen.

Service:
Für zusätzliche Hausnummern oder bei Unstimmigkeiten zwischen der tatsächlichen am Haus angebrachten Nummer, dem Eintrag im Einwohnermelderegister und dem amtlichen Nachweis führt der Fachbereich eine Klärung herbei:
Fachbereich Planung, Bauordnung, Verkehr
Sigrid Wenderdel
Tel. 0 25 41 / 939 – 1208.


Zum Thema:
Hausnummern

Die Hausnummer sollte in der Regel an der Straßenseite des Gebäudes, an gut sichtbarer Stelle angebracht werden. Befindet sich der Hauseingang an der Straßenseite, sollte sie unmittelbar rechts neben der Eingangstür, in Höhe der Oberkante der Tür angebracht werden. Befindet sich die Eingangstür nicht an der Straßenseite, so ist die Hausnummer straßenseitig an der zur Eingangstür nächstliegenden Ecke des Hauses anzubringen. Wenn die Einfriedung eine gute Sicht von der Straße aus auf die Hausnummer verhindert, so ist sie unmittelbar rechts neben dem Haupteingang der Einfriedung zur Straße hin, anzubringen.

Die Hausnummern müssen aus wasserfestem Material bestehen. Es sind arabische Ziffern zu verwenden. Sie sollten sich in der Farbe deutlich vom Untergrund abheben und mindestens 10 cm hoch sein.

Die Bezeichnung nach Straße und Hausnummer ist seit langem das allseits verwendete und bekannte Identifizierungsmerkmal für Gebäude und damit für bebaute Grundstücke. Sie dient als Orientierungs- und Organisationsmittel für Behörden, Versorgungsbetriebe, dem Rettungswesen unter anderem, aber auch der Orientierung des Bürgers.