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Bürgeruniversität Coesfeld: Pilgern zwischen Biografie und Religion

Vorlesung am Mittwoch (05.06.) um 19 Uhr im WBK an der Osterwicker Straße

Das Pilgern auf den Jakobswegen hat in beeindruckender
Weise an Popularität gewonnen: Im Jahr 2017 wurden
erstmals mehr als 300.000 Pilgerinnen und Pilger in
Santiago de Compostela registriert – und auch für die
kommenden Jahre wird eine Steigerung der Pilgerzahlen
von rund acht Prozent p.a. erwartet.
Viele Menschen pilgern in typischen Lebenssituationen,
um unter außeralltäglichen Bedingungen sowie im Austausch
mit anderen Pilgernden Krisen zu bewältigen,
biografische Übergänge zu gestalten oder ihr Leben zu
reflektieren oder zu bilanzieren. Von soziologischem Interesse
ist insbesondere, dass Pilgernde auch in der späten
Moderne auf eine religiöse Praxis zurückgreifen, die jedoch
nur noch mittelbar von der katholischen Kirche
beeinflusst wird.
In unserem Vortrag diskutieren wir anhand zahlreicher
Beispiele zunächst typische biografische Konstellationen,
die Menschen zu einer Pilgerschaft veranlassen. Hieraus
leiten wir Überlegungen ab, wann religiöse Praktiken
auch unter den Bedingungen der späten Moderne erfolgreich
sind – und was dies für die gesellschaftliche
Bedeutung von Religion insgesamt bedeutet.
Dr. Patrick Heiser ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Institut für Soziologie der FernUniversität in Hagen.
Er forscht zum spätmodernen Wandel religiöser Sozialformen
und Praktiken.
Dr. Christian Kurrat ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung
der FernUniversität in Hagen. Er forscht zum Pilgern
und anderen Formen spätmoderner Biografiearbeit.

Foto: (c) Günter Seggebäing