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Shot by Shot

Schau im Kunstverein Münsterland bis 13.01.2008

Bis zum 13. Januar 2008 kann die Schau "Shot by Shot" von Gabriele Basch imOops, an error occurred! Code: 201910190405084974db2b Kunstverein Münsterland e.V., Jakobiwall 1, 48653 Coesfeld, besichtigt werden.

Der Eintritt ist frei.

Öffnungzeiten: Mi. bis Fr. 14.00-18.00 Uhr, Sa. 10.00-13.00 Uhr, So. 11.00-17.00 Uhr


Erläuterungen von Jutta Meyer zu Riemsloh, Geschäftsführerin des Kunstvereines Münsterland:

Gabriele Baschs Werk umfasst Papierschnittarbeiten, Malereien, Wallpaintings, Rauminstallationen und Fotographien. Alle Komplexe thematisieren die innere Zwiesprache der Künstlerin im kurzen Augenblick der unreflektierten, spontanen Wahrnehmung der Alltagswelt und den in Folge ausgelösten Imaginationen, Emotionen und Erinnerungen aus ihrem persönlichen und biographischen Umfeld. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit ist Anlass, Unbewusstes in das Bewusstsein fließen zu lassen.

Gabriele Basch greift mit den präsentierten Papierschnittarbeiten auf eine Tradition aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück: dem Weißschnitt/ Spitzenbild, einer besonderen Form des Andachtsbildes in Europa.

Die großformatigen Cutouts erfordern viel Geschick, Geduld und "Fingerfertigkeit". Dem Begriff der "Handarbeit", weiblich-negativ belegt, stellt sich die Künstlerin bewusst. Erinnerungen an die Kindheit werden geweckt, so dass neben den inhaltlichen Motiven der eigentliche Prozess der künstlerischen Tätigkeit im Herstellen des Papierschnittes ebenfalls zum Spiegelbild der Innerlichkeit wird. Als enorm großformatige raumgreifende Installationen erscheinen die Papierschnitt arbeiten als dreidimensionale Zeichnungen, deren Entfernung zum jeweiligen Hintergrund durch Licht und Schatten Räumlichkeit schafft. Licht avanciert zum gestalterischen Medium der Cutouts, indem es die neonfarbigen Rückseiten der Arbeiten unterschiedlich intensiv zur Reflexion auf der weißen Wand bringt.

Gabriele Baschs Arbeiten überschreiten Grenzen, im Inhaltlichen wie im Formalen. In der künstlerischen Auseinandersetzung mit Sehen und Wahrnehmen der alltäglichen Realität, im Entdecken, Benennen und bildlichem Fassen der "Wahrheit", die hinter dem offensichtlich Sichtbaren liegt, in der Beschäftigung mit der eigenen Biographie, im Umgang mit Sein und Schein, entwickelt Gabriele Basch autonome gestalterische Stilmittel, die Tradiertes mit Gestaltungstechniken des Films und der Fotographie verbinden, um eine eng an die Persönlichkeit der Künstlerin geknüpfte Bildsprache zu entwickeln.

In Gabriele Baschs "period pieces" spielen Zeit, Ort und Raum, als Fixpunkte der Alltagswelt - jenseits der gewohnten Maßstäbe - keine Rolle.