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Karnevalstage: Der Jugendschutz wird offensiv überprüft

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Die Stadt Coesfeld weist auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes und die Verantwortung der Eltern hin. Verstärkte Kontrollen am Rosenmontag in Goxel - Ordnungs- und Jugendamt sowie Polizei stimmen sich eng miteinander ab.

Coesfeld. Anlässlich der Karnevalstage weist die Stadt Coesfeld auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes hin. Ohne ein verantwortliches Handeln der Erwachsenen, der Betreiber von Gaststätten und Verantwortlichen in den Karnevalsvereinen, insbesondere der Erziehungsberechtigten, ist eine wirkungsvolle Umsetzung des Jugendschutzes nicht möglich. „Wir werden gemeinsam mit der Polizei  in den Karnevalstagen speziell am Rosenmontag die Einhaltung des Jugendschutzes kontrollieren“, kündigt Hermann Richter, Leiter des städtischen Fachbereiches Bürgerservice und Ordnung, an. Dabei festgestellte Ordnungswidrigkeiten werden mit empfindlichen Geldbußen geahndet.

Beim Rosenmontagsumzug in Goxel sind auch Vertreter des Jugendamtes mit dem Jugendmobil im Einsatz. „Zwei erfahrene pädagogische Mitarbeiterinnen werden vor Ort sein“, sagt Gabi Kaudewitz aus dem Team Jugendförderung. Anlässlich der Vorfälle in der Silvesternacht in Köln weist sie zusätzlich auf die von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS) ausgegebenen Tipps hin. Unter dem Motto „Jeck feiern – Grenzen respektieren“ hat der Verein neun Tipps ausgegeben (s. Zum Thema).

Für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol sagt Hermann Richter, Leiter des Fachbereiches Bürgerservice und Ordnung: „Wir appellieren an die Verantwortung der Eltern und anderer Erwachsener, ohne die Heranwachsende einen risikoarmen Alkoholkonsum nicht erlernen können.“ Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, wie man verantwortungsvoll mit Alkohol feiern kann. „Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke gehören nicht in die Hände Minderjähriger“, stellt Richter klar.

Insbesondere weist die Stadt deshalb auf die Bestimmungen hinsichtlich der Alkoholabgabe hin: branntweinhaltige Getränke dürfen an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht abgegeben werden. Ebenso ist ihnen der Verzehr nicht erlaubt. Zu den branntweinhaltigen Getränken gehören auch Mixgetränke wie Zitronenwodka, Feigenmischgetränke und die so genannten Alcopops. Vielen Jugendlichen, aber auch Erwachsenen ist nicht bewusst, dass in  einer normalen Flasche Alcopop im Durchschnitt mehr Alkohol enthalten ist, als beispielsweise in zwei Schnapsgläsern Korn. An Personen unter 18 Jahren dürfen weder Tabakwaren abgegeben noch darf ihnen das Rauchen gestattet werden. Als Altersnachweis dient der Personalausweis.

 

Zum Thema:

Tipps der AJS für das Verhalten im karnevalistischen Feiertrubel:

  • Überlege, wohin du gehen willst. Plane den Hin- und Rückweg, sprich dich vorher mit den Mitfeiernden ab.
  • Kläre vorab die Bus- und Bahnverbindungen. Steige in den öffentlichen Verkehrsmitteln vorne ein, um dir gegebenenfalls Hilfe beim Personal zu holen. Nimm ausreichend Geld für ein Taxi mit.
  • Vereinbare mit deinen Freundinnen und Freunden konkret, wie ihr aufeinander aufpasst.
  • Bleibt zusammen, lasst niemanden allein zurück. Achte auf dein Bauchgefühl. Meist trügt das Gefühl nicht, wenn dir etwas bedrohlich vorkommt. Vermeide die Konfrontation und versuche, die Situation direkt zu verlassen.
  • Sei sensibel im Umgang mit Alkohol und Alkoholisierten. Alkohol kann deine Wahrnehmung verändern, die Einschätzung von Gefahren und (Eine Handlungsfähigkeit einschränken. Die Hemmschwelle zu grenzüberschreitendem Verhalten ist bei alkoholisierten Personen stark herabgesetzt.
  • Hole dir frühzeitig Hilfe. Sprich in der Nähe stehende Menschen konkret an, und sage ihnen, welche Hilfe du erwartest. Zum Beispiel: „Sie mit der roten Jacke, rufen Sie die Polizei!"
  • Ob du mit Worten belästigt oder körperlich bedrängt wirst: Schaffe Öffentlichkeit, indem du laut wirst. Benutze kurze Sätze und verwende immer die „Sie"-Form- „Lassen Sie mich in Ruhe!" -, damit Außenstehende merken, dass du den anderen nicht kennst und diese dir zur Hilfe kommen.
  • Vermeide es, Pfefferspray oder illegale Waffen bei dir zu tragen. Diese können dir schnell entwendet und gegen dich verwendet werden. Für Außenstehende ist nicht ersichtlich, wer Täter/-in oder Hilfesuchende/-r ist. Sinnvoller wäre etwa, einen Schrillalarm (kleiner Schlüsselanhänger, der bei Bedienung einen lauten, schrillen Ton auslöst) einzusetzen, der Öffentlichkeit schafft und dein Gegenüber irritiert, so dass du Zeit gewinnst, um aus der Situation herauszukommen.
  • Wähle den kostenlosen Polizei-Notruf 110, wenn du beobachtest, dass deine Mitfeiernden oder andere Personen in einer gefährlichen Situation sind.
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Mehrere Vereine gestalten den Karneval in Coesfeld, darunter die Nachbarschaft Wittenfeld, die den Rosenmontagsumzug in Goxel auf die Beine stellt.