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Hände weg: Wegränder sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Baubetriebshof appelliert an Landwirtschaft und Nachbarn

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zwei Aufnahmen: Links ein vielfältiger Blühstreifen mit verschiedenen Pflanzen, rechts ein kurz gemähter trockener Wegrand
Naturnahe Wegränder bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Mancherorts wurden sie ohne Absprache mit dem Baubetriebshof heruntergemäht. Fotos: © Stadt Coesfeld

Auf den ersten Blick sieht es vielleicht etwas wild aus, doch das ist gewollt: Lang stehende Gräser und Blüten, vertrocknende Halme neben dichtem Grün. Gerade deshalb sind Wegränder entlang der Wirtschaftswege im Außenbereich wertvoll für Pflanzen und Tiere. „Wir mulchen die Wegränder schon seit einigen Jahren im Frühjahr auf einem schmalen Streifen entlang der Fahrbahn. Nur so breit, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt“, informiert Ingo Kappel vom Baubetriebshof. „Die übrigen Streifen werden gezielt erhalten, damit sich hier naturnahe Wegränder entwickeln können. Denn das sind wertvolle Lebensräume für ganz verschiedene Pflanzen, Kleintiere und Insekten“, sagt er. 

Leider werden die Maßnahmen des Baubetriebshofs nicht von allen Landwirten akzeptiert. Immer wieder ackern Anrainer auf den Wegsäumen, ohne das mit dem Baubetriebshof abzustimmen. 

„Solche Eingriffe sind nach unserer Auffassung nicht akzeptabel. Denn das Mulchen bis auf den Erdboden schädigt oder tötet bodennahe Tiere und Insekten unmittelbar“, beklagt Ingo Kappel. 

Wenn dann noch zerkleinertes Mahdgut auf der Fläche belassen wird, werden Nährstoffe zurückgeführt. Und das begünstigt die gerade nicht erwünschte Ausbreitung von Brennnesseln, Disteln oder anderen dominanten Pflanzen. „Wir haben dann genau den gegenteiligen Effekt von dem, was wir eigentlich erreichen wollen: vielfältige Wegeränder, die zu Saumbiotopen und Rückzugsorten werden für Pflanzen und Tiere.“

Zum Thema: Wegränder als Saumbiotope

Der Baubetriebshof ist seit vielen Jahren darum bemüht, entlang der Wirtschaftswege durchgängige naturnahe Wegesränder zu entwickeln und zu erhalten. Ziel ist es, die Artenvielfalt zu fördern und wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. 

Hierzu werden die Wegesränder gezielt gepflegt. Im Frühjahr wird lediglich ein etwa 50 cm breiter Streifen entlang des Weges gemulcht. Der hintere Bereich bleibt bis in den Herbst stehen, um Pflanzen und Tieren ausreichend Lebensraum zu bieten. Im September werden bei einer zweiten Mahd Bereiche stehen gelassen, um den Artenreichtum zu fördern und gezielte Überwinterungsstätten für Insekten anzubieten. Weitere Wegränder werden mit speziellen Maschinen gemäht. Das Mahdgut wird anschließend abgefahren, sodass dem Boden Nährstoffe entzogen werden. Dadurch entstehen nährstoffärmere Standorte, auf denen sich spezialisierte Kräuter und andere wertvolle Pflanzenarten entwickeln können. Diese Flächen sind durch entsprechende Hinweisschilder gekennzeichnet.