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Nachverdichtungspotentiale im Bereich Waterfohr, Prüllageweg und Grüner Weg

Das Projekt wird mit dem Ziel bearbeitet, dass die Fläche des Kleinsiedlungsgebiets (nicht mehr zeitgemäß) als Allgemeines Wohngebiet festgesetzt wird und künftig zur Nachverdichtung genutzt werden kann, wie es von mehreren Anlieger:innen gewünscht wird. Eine Nachverdichtung im Innenbereich wirkt dem Flächenverbrauch in die freie Landschaft entgegen.

Im Auftrag der Stadt wurden zwei unterschiedlichen Erschließungsmodelle für eine Nachverdichtung entwickelt: über einen Stichweg mindestens zwei Bauplätze in der Gartenzone erreichen bzw. eine neue Erschließungsstraße im Innenblock zwischen Prüllageweg und Grüner Weg. Die Grundstückseigentümer:innen haben sich in einem breit angelegten Beteiligungs- und Abstimmungsprozess untereinander auf die Stichwegvariante verständigt. 

Um die problematische Oberflächenentwässerung zu klären, gab das Abwasserwerk extern ein Entwässerungskonzept in Auftrag. Für das vorhandene Kanalnetz im Plangebiet konnte die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben im Ist-Zustand nachgewiesen werden. Erste Berechnungen zeigen, dass bei einer 50%igen Versiegelung der neu entstehenden Grundstücke, die erforderliche Überstauhäufigkeit gleichfalls eingehalten werden kann. Der Überflutungsnachweis zeigt jedoch, dass bei stärkeren Regenereignissen die zusätzliche Versiegelung zu einem verstärkten Austritt von Abwasser aus den Schächten führt. Dieses führt zwangsläufig zu einer Verschlechterung des Entwässerungskomforts.

Zwei Alternativen sind weiter zu verfolgen:

  • bauliche Kanalnetzerweiterung (ca. 500.000 Euro)
  • dezentrale Niederschlagsentwässerung (das zusätzlich anfallende Niederschlagswasser wird über Versickerungsanlagen auf dem jeweiligen Grundstück in das Grundwasser eingeleitet, Errichtung und Unterhaltung durch die Grundstückseigentümer).

Der Rat der Stadt Coesfeld entschied sich am 25.03.2021 dafür die Versickerungsfähigkeit im Plangebiet durch ein Baugrundgutachten zu prüfen. Das Unternehmen GeoConsult aus Dülmen führte 16 Rammkernsondierbohrungen und Grundwassermessungen in dem Plangebiet durch. Im Gutachten wurde geprüft, ob eine Versickerung des zusätzlichen Niederschlagswassers allgemeinwohlverträglich ist. Anhand der bodenmechanischen Laborversuche ergeben sich folgende Rückschlüsse: Im Bereich von Rekener Straße und Waterfohr erscheint eine Versickerung über Mulden oder Rigolen als gut umsetzbar. In den übrigen Bereichen kann eine Versickerung nicht empfohlen werden. Hier kann kein ausreichender Versickerungsraum geschaffen werden. Zudem ist aufgrund der geringen Durchlässigkeiten bei niederschlagsreichen Witterungsperioden von einem Überstau der Sickeranlagen auszugehen, so dass diese mit einem Überlauf an den Vorfluter (hier = Kanalisation) auszuführen wären. Im Bereich der Bohrungen RKS 12 und RKS 13 wäre eine Versickerung aufgrund der bereits oberflächennah anstehenden bindigen Sandmergel (zu geringe Durchlässigkeit) nicht zulässig.

Weiteres Vorgehen

Da mit Ausnahme des westlichen Untersuchungsbereichs im übrigen Gebiet eine Versickerung von Niederschlagswasser nicht empfehlenswert bzw. zulässig ist, sind die Auswirkungen der Nachverdichtung bei maximaler Rückhaltung des Niederschlagswassers auf den Grundstücken durch das Abwasserwerk zu prüfen. Denkbar sind beispielsweise Retentions-Gründächer oder Retentionszisternen je Baugrundstück. Eine Alternative wäre eine öffentliche Infrastrukturmaßnahme (Kanalbau). Neben der Prüfung der technischen Fragen sind auch wirtschaftliche und rechtliche Aspekte abzuwägen. Wirtschaftlich stellt sich die Frage, ob es angemessen ist, einen für die heute vorhandene Bebauung ausreichend dimensionierten und technisch funktionsfähigen Kanal zu ersetzen. Rechtlich stellt sich für diesen Fall die Frage der Kostenbeteiligung der Anlieger:innen, die durch die Baumöglichkeiten einen Vorteil bekommen. Da Kanalanschlussbeiträge für die erstmalige Erschließung der Grundstücke bereits gezahlt wurden, ist voraussichtlich eine erneute Veranlagung nicht möglich. Damit würde die Gesamtheit der Beitrags- bzw. Gebührenpflichtigen alle Kosten tragen müssen.

Bei grundsätzlich positivem Ergebnis oder annehmbarer Einschränkungen der zusätzlichen Bebaubarkeit werden die städtebaulichen Zielstellungen (Gebietsart, Stichwegerschließungssystem, Geschossigkeit, Dachform, Anzahl Wohneinheiten etc.) für den zu aktualisierenden Bebauungsplan Nr. 13 „Waterfohr“ mit den Eigentümer:innen erarbeitet.

Untersuchung der Versickerungsfähigkeit

Ansprechpartner: Sophia Gorschlüter