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Was ist Lärm?

(Quelle: Homepage des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

Lärm ist jedes unerwünschte laute Geräusch. Das Ohr nimmt die Geräusche auf und verarbeitet die darin enthaltenen Informationen. Lärm wird sehr subjektiv wahrgenommen, das heißt, jeder Mensch empfindet Geräusche unterschiedlich, den einen stören sie nicht oder nur wenig, den anderen nerven sie. Laute Musik regt zum Beispiel manche Personen auf, andere finden sie schön und wieder andere lässt sie völlig kalt.

Geräusche entstehen durch Schwingungen und breiten sich in der Luft als Schallwellen aus. Die Stärke des Schalls, also die Lautstärke, kann man messen. Die Messgröße heißt Schalldruck, der angezeigte Messwert ist der Schalldruckpegel und wird in Dezibel angegeben. Ein Schallereignis stellt sich als kleinste Druckschwankung um den atmosphärischen Luftdruck dar; diese Schwingung wird vom Gehör wahrgenommen. Das Lautstärkeempfinden eines Schallereignisses wird dabei grundsätzlich durch ebendiesen Schalldruck und zudem durch die Frequenz bestimmt. Die Frequenz (Anzahl der Schwingungen pro Sekunde) bedingt die "Tonhöhe". Je höher die Frequenz, desto höher wird der Ton (oder das Geräusch) wahrgenommen.

Je stärker ein Geräusch ist, desto mehr Menschen empfinden es als unangenehmen Lärm. Als Lärm können auch alle Schallereignisse bezeichnet werden, die das menschliche Wohlbefinden beeinträchtigen. Damit ist der Begriff Lärm subjektiv geprägt, messtechnisch zugänglich ist nur das (physikalisch beschreibbare) Geräusch. Starke Lärmeinwirkungen oder dauerhafter Lärm können sogar krank machen oder die Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen.

Lärm ist also nicht gleich Geräusch. Kontinuierlicher Lärm, zum Beispiel von Maschinen wie Pumpen oder Gebläsen, unterscheidet sich dabei von so genanntem intermittierendem Lärm wie beim Flugzeugstart oder dem Klingeln eines Weckers. Sehr kurze Geräusche wie Schüsse oder Explosionen werden als Impulslärm bezeichnet.

Lärm ist schädlich

Aus Meinungsumfragen ergibt sich, dass der Straßenverkehrslärm mit Abstand als der größte Störfaktor empfunden wird. Nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes fühlen sich 50% der Bürger vor allem durch Straßenverkehrslärm belästigt, 20% der Bürger dadurch sogar stark beeinträchtigt. Studien und Modellrechnungen zufolge sind ca. 6 Millionen Bürger in den Städten Lärmwerten ausgesetzt, bei denen wissenschaftlichen Studien zufolge ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu befürchten ist; zudem treten Lern-, Konzentrations- und Schlafstörungen auf.

Der Schalldruck an der Schmerzgrenze ist ca. 3 Mio. mal so groß wie der Schalldruck an der Hörschwelle. Zur Vereinfachung der Darstellung des Schalls wird deshalb eine logarithmische Zahlenskala gewählt, die in Dezibel (dB) angegeben wird. Würde man den Schalldruck linear in der Einheit Pascal angeben, reichte die Skala von der Hörschwelle bei circa 20 Mikro-Pascal (= 20 µP = 20x10-6 Pascal), was 0 dB entspricht, bis zur Schmerzschwelle von fast 100.000.000 Mikro-Pascal bei 130 dB. Änderungen der Lautstärke um 1 dB kann der Mensch unter bestimmten Voraussetzungen wahrnehmen; eine Pegeländerung um 10 dB entspricht etwa einer Verdopplung bzw. Halbierung der subjektiv empfundenen Lautstärke.

Typische Umwelt-Geräusche und deren Lautstärke:

Geräuschart

Lautstärke

Geräuschempfinden

Ticken einer leisen Uhr, Flüstern

30 dB(A)

sehr leise

nahes Flüstern, ruhige Wohnstraße

40 dB(A)

ziemlich leise

Unterhaltungssprache

50 dB(A)

Normal

Unterhaltungssprache in 1 m Abstand, Bürolärm

60 dB(A)

Normal bis laut

laute Unterhaltung, Rufen, Pkw in 10 m Abstand

70 dB(A)

Laut bis sehr laut

Straßenlärm bei starkem Verkehr

80 dB(A)

sehr laut

laute Fabrikhalle

90 dB(A)

sehr laut

Autohupen in 7 m Abstand

100 dB(A)

sehr laut bis unerträglich

Kesselschmiede

110 dB(A)

sehr laut bis unerträglich

Flugzeugtriebwerk

120 dB(A)

unerträglich bis schmerzhaft

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Lärmminderungsplanung

Die EU-Kommission hat den Umgebungslärm als eines der größten Umweltprobleme in Europa bezeichnet. Mit der Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (Umgebungslärmrichtlinie) wurde die Grundlage für die Lärmminderungsplanung gelegt. Ziel der Umgebungslärmrichtlinie ist ein gemeinsames Konzept, um schädliche Auswirkungen, einschließlich Belästigungen, durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern.

Für die Lärmminderungsplanung stehen zwei Instrumente zur Verfügung:

  • die Ermittlung der Lärmbelastung durch strategische Lärmkarten und darauf aufbauend,
  • Lärmaktionspläne mit Maßnahmenkatalogen zur Vermeidung bzw. Verminderung von Lärmbelastungen.

Die Stadt Coesfeld befindet sich in der Stufe 2 der Lärmminderungsplanung. In dieser Stufe sind Lärmkarten für Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von über 3 Mio. Kfz / Jahr zu erstellen.

 

Was sind Hauptverkehrsstraßen?

„Hauptverkehrsstraße“ im Sinne des Gesetzes ist dabei eine Bundesfernstraße, Landesstraße oder auch sonstige grenzüberschreitende Straße, jeweils mit einem Verkehrsaufkommen von über drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr. Dies entspricht einer ungefähren Belastung von 8.200 Kraftfahrzeugen pro Tag. Diese Kriterien werden auf dem Gebiet der Stadt Coesfeld ausschließlich durch die Bundesstraßen B 474 und B 525 erfüllt.

 

Lärmkartierung

Als Grundlage der Lärmaktionsplanung hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) die Lärmauswirkungen der B 525 und der B 474 kartiert. Die resultierenden Lärmkarten liegen seit September 2012 vor und bestehen aus einem Kartenteil mit grafischen Darstellungen, einem Textteil mit Erläuterungen und Tabellen mit statistischen Daten. Die Ergebnisse der Lärmkartierung sind im Internet veröffentlicht. Das komplette Kartenwerk, die Ergebnisdaten sowie alle Gesetzestexte, Richtlinien und weitere Hinweise können von den Bürgerinnen und Bürgern über das Internet auf den Seiten des Umgebungslärmportals, das vom Umweltministerium Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen betrieben wird, eingesehen werden (www.umgebungslaerm.nrw.de).

Der Kartenteil zeigt anhand von farblichen Flächen, sogenannten Isophonen, die Höhe der Lärmbelastungen für abgestufte Pegelbereiche. Die Lärmkarten sind weiter unterteilt nach dem zugrundeliegenden Zeitraum:

  •  Lärmbelastungen für den gesamten Tag (0 bis 24 Uhr), bezeichnet als LDEN (Indikator für Lärmbelästigungen)
  • Lärmbelastungen für die Nacht (22 bis 6 Uhr), bezeichnet als LNight (Indikator für Schlafstörungen).

Die Lärmbelastungen für das Gebiet der Stadt Coesfeld sind in den folgenden Karten dargestellt:

Lärmbelastungen für den gesamten Tag LDEN
Lärmbelastungen für die Nacht LNight

 

Der Tabellenteil enthält eine Reihe von statistischen Angaben:

  • Größe der lärmbelasteten Fläche mit Pegeln über LDEN= 55, 65, 75 dB(A)
  • Anzahl von Wohnungen, Schulen und Krankenhäusern mit Pegeln über LDEN= 55, 65, 75 dB(A)
  • Anzahl von Menschen, die in den oben genannten jeweiligen 5-dB(A)-Stufen wohnen

Die Angaben für das Coesfelder Stadtgebiet sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Betroffenen-Statistik

 Analyse für die Stadt Coesfeld

Anhand der nunmehr vorliegenden Lärmkartierung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) wurde der Grad der Betroffenheit für die Stadt Coesfeld ermittelt. In der Auswertung wurde unterschieden nach den Auslösewerten

LDEN ≥ 70 dB(A) und/oder) LNight ≥ 60 dB(A)

und

LDEN ≥ 65 dB(A) und/oder) LNight ≥ 55 dB(A).

Die Auswertung des offiziellen Tabellenteils der durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) erstellten Lärmkarten ergibt folgende Ergebnisse.

  • 24 Personen sind tagsüber einem Lärmpegel von 70 dB (A) oder höher ausgesetzt.
  • 34 Personen sind nachts einem Lärmpegel von 60 dB (A) oder höher ausgesetzt.
  • 74 Personen sind tagsüber einem Lärmpegel von 65 dB (A) oder höher ausgesetzt.
  • 113 Personen sind nachts einem Lärmpegel von 55 dB (A) oder höher ausgesetzt.

Um die betroffenen Personen lokalisieren und die Betroffenheiten einzelnen Gebäuden zuordnen zu können, hat die Stadt Coesfeld den durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) zur Verfügung gestellten Kartenteil einschließlich der zugrunde liegenden Daten näher ausgewertet. Die Auswertung zeigt, dass

  • an 27 Gebäuden tagsüber ein Lärmpegel von 70 dB (A) und/oder nachts von 60 dB(A) erreicht oder überschritten wird und
  • an 72 Gebäuden tagsüber ein Lärmpegel von 65 dB (A) und/oder nachts von 55 dB(A) erreicht oder überschritten wird.

Insgesamt ergeben sich die Betroffenheiten im Wesentlichen für Einzellagen außerhalb der bebauten Ortslage. Die räumliche Verteilung der betroffenen Gebäude ist in der folgenden Abbildung dargestellt: Dabei bezeichnet der an erster Stelle im Kästchen angegebene Wert die Anzahl der schutzwürdigen Gebäude, bei denen tagsüber ein Lärmpegel von 65 dB (A) und/oder nachts von 55 dB(A) erreicht oder überschritten wird. Der an zweiter Stelle angegebene Wert gibt die Anzahl der schutzwürdigen Gebäude wieder, bei denen tagsüber ein Lärmpegel von 70 dB (A) und/oder nachts von 60 dB(A) erreicht oder überschritten wird. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf den kompletten Straßenabschnitt. Auf welcher Seite der Straße die Gebäude liegen, lässt sich aus der Darstellung nicht ableiten.

 Räumliche Darstellung der Betroffenheiten

Lärmaktionsplanung

Die Lärmaktionsplanung zielt darauf ab, Verbesserungen bei Lärmproblemen und Lärmauswirkungen durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen und Ansätze zu erzielen. Aktionspläne sind dann aufzustellen, wenn Lärmprobleme und Lärmauswirkungen vorliegen. Für NRW hat das Umweltministerium in einem Runderlass Auslösewerte festgelegt. Sie kennzeichnen die Gebiete mit dem dringlichsten Handlungsbedarf. Danach sind in Nordrhein-Westfalen Lärmaktionspläne aufzustellen wenn an Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäuden tagsüber ein Lärmpegel von 70 dB (A) und nachts von 60 dB(A) erreicht oder überschritten wird. Soweit Gemeinden im Rahmen ihrer kommunalen Planung weitergehende Kriterien verfolgen, können sie diese der (Lärm) Aktionsplanung zugrunde legen.

Entsprechend der Festlegungen im Runderlass werden in Coesfeld grundsätzlich zunächst Aktionspläne für die Bereiche mit Lärmpegeln von tags LDEN ≥ 70 dB(A) bzw. nachts LNight ≥ 60 dB(A) aufgestellt. Grundlage für die Lärmaktionsplanung ist die Lärmkartierung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). Entsprechend der gesetzlichen Regelungen werden für Coesfeld die Auswirkungen der Bundesstraßen B 474 und B 525 betrachtet. Da die als Voraussetzung für eine Lärmsanierung festgelegten Grenzwerte seit dem Jahr 2010 von den Auslösewerten für die Aktionsplanung abweichen, werden parallel die niedrigeren Schwellenwerte von LDEN ≥ 65 dB(A) und LNight ≥ 55 dB(A) betrachtet.

Die Gemeinde, die den Lärm-Aktionsplan aufstellt (in diesem Fall die Stadt Coesfeld), ist selbst häufig nicht für die Durchführung der Maßnahmen zuständig. So ist z. B. für Lärmschutzmaßnahmen an Straßen der jeweilige Straßenbaulastträger zuständig. Maßnahmen können nur im Einvernehmen mit den für die Umsetzung zuständigen Behörden in die Aktionspläne aufgenommen werden. Diese werden deshalb frühzeitig in die Lärm-Aktionsplanung eingebunden. Für die auf Coesfelder Gebiet betroffenen Bundesstraßen sind dies als Straßenbaubehörde und –baulastträger der Landesbetrieb Straßenbau NRW und als Straßenverkehrsbehörde die Stadt Coesfeld.

Für den Lärmschutz an bestehenden Straßen greifen die Regelungen über die Lärmsanierung. Die Stadt Coesfeld wird daher beim Landesbetrieb Straßenbau NRW die Lärmprobleme darstellen und den Antrag stellen, die Anspruchsvoraussetzung für eine Lärmsanierung für die oben genannten 72 Gebäude entlang der Bundesstraßen B 474 und B 525 zu prüfen.

 

Lärmsanierung

Lärmschutz an bestehenden Straßen wird als Lärmsanierung bezeichnet. Bei Straßen in der Baulast des Bundes wird sie als freiwillige Leistung auf der Grundlage haushaltsrechtlicher Regelungen gewährt und kann im Rahmen der vorhandenen Mittel durchgeführt werden. Das Verfahren zur Lärmsanierung richtet sich nach den Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes - VLärmSchR 97 in Verbindung mit den Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen – Ausgabe 1990 (RLS-90). Ob die Anspruchsvoraussetzungen für eine Lärmsanierung erfüllt sind, wird anhand dieser beiden Richtlinien durch den Landesbetrieb Straßenbau geprüft. Lärmschutzmaßnahmen im Rahmen der Lärmsanierung setzen in jedem Fall voraus, dass der maßgebende Beurteilungspegel einen der folgenden, im Bundeshaushalt festgelegten Grenzwerte übersteigt:

 

Tag

Nacht

1.    an Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen, Altenheimen, in reinen und allgemeinen Wohngebieten sowie Kleinsiedlungsgebieten

67 dB (A)

57 dB (A)

2.    in Kerngebieten, Dorfgebieten, Mischgebieten

69 dB (A)

59 dB (A)

3.    in Gewerbegebieten

72 dB (A)

62 dB (A)

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Da die Lärmkarten nach der Umgebungslärmrichtlinie andere Werte zugrunde legen als die beiden genannten Vorschriften, stellen die Lärmkarten in diesem Zusammenhang keine Entscheidungsgrundlage dar. Die Anspruchsvoraussetzungen sind also in jedem Einzelfall durch den Landesbetrieb zu prüfen.

Unabhängig davon kann jeder Bürger von sich aus einen formlosen Antrag auf Überprüfung der Lärmsituation im Bereich seines Wohnhauses an die Straßenbauverwaltung richten. Ansprechpartner ist der Betriebssitz des Landesbetriebes Straßenbau NRW, Wildenbruchplatz 1, 45888 Gelsenkirchen oder die Niederlassung vom Landesbetrieb Straßenbau NRW im Bereich des Wohnortes, hier also die Regionalniederlassung Münsterland, Wahrkamp 30, 48653 Coesfeld

Weitergehende Auskünfte zur Lärmsanierung und deren Förderung können dem Anhang 2 der Veröffentlichung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) "EG-Umgebungslärmrichtlinie-Musteraktionsplan" entnommen werden. Hierbei ist zu beachten, dass die dortdargestellten Immissionswerte der Lärmsanierung an Bundesfernstraßen nicht dem aktuellen Stand entsprechen. Die Immissionswerte wurden im Rahmen der Aufstellung des Bundeshaushaltes um 3 dB (A) gesenkt. Die aktuellen Werte sind in der weiter oben abgebildeten Tabelle dargestellt.

 LANUV-Musteraktionsplan ANHANG 2

Beteiligung der Öffentlichkeit

Allgemeines

Die Lärmaktionsplanung zielt darauf ab, Verbesserungen bei Lärmproblemen und Lärmauswirkungen durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen und Ansätze zu erzielen. Aktionspläne sind dann aufzustellen, wenn Lärmprobleme und Lärmauswirkungen vorliegen. Für NRW hat das Umweltministerium in einem Runderlass Auslösewerte festgelegt. Sie kennzeichnen die Gebiete mit dem dringlichsten Handlungsbedarf. Danach sind in Nordrhein-Westfalen Lärmaktionspläne aufzustellen wenn an Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäuden tagsüber ein Lärmpegel von 70 dB (A) und nachts von 60 dB(A) erreicht oder überschritten wird.

Die EG-Richtlinie 2002/49/EG verpflichtet die Mitgliedstaaten bei der Lärmaktionsplanung zu größtmöglicher Transparenz. Die Öffentlichkeit soll die Möglichkeit erhalten, an der Ausarbeitung der Lärmaktionspläne aktiv mitzuwirken. Dazu müssen die zuständigen Behörden die Lärmkarten - auch unter Einsatz der verfügbaren Informationstechnologien - zugänglich machen. Die Öffentlichkeit kann sich über die Lärmsituation informieren und anschließend ihre Interessen zur Lärmminderung in die Lärmaktionspläne einbringen. Die Betroffenen können so die Gegebenheiten vor Ort mitgestalten.

 

Information der Öffentlichkeit

Die Ergebnisse der Lärmkartierung als erster Baustein der Lärmminderungsplanung konnten in der Zeit vom 13. Februar 2013 bis einschließlich 13. März 2013 bei der Stadtverwaltung Coesfeld, Markt 8, Bürgerbüro, Zimmer 1, während der Dienststunden (montags bis freitags von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr und samstags von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr) eingesehen werden. Zusätzlich wurde die Möglichkeit angeboten, die Planung nach vorheriger Terminabstimmung mit dem zuständigen Mitarbeiter zu erörtern. Fragen konnten persönlich, per Telefon, per Mail oder Brief ebenfalls direkt an den Mitarbeiter gerichtet werden. Darüber hinaus standen die ausgelegten Informationen auf der Internetseite der Stadt Coesfeld unter dem Thema „Verkehrsplanung/Lärmminderungsplanung“ zur Einsicht bereit.

Innerhalb der Auslegungsfrist konnten Anregungen und Vorschläge zur Lärmkartierung und zur Lärmaktionsplanung im Bürgerbüro abgegeben werden. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, diese online auf Internetseite der Stadt Coesfeld unter dem Thema „Verkehrspla-nung/Lärmminderungsplanung“ abzugeben.

Über die Möglichkeit, sich über die Ergebnisse der Lärmkartierung zu informieren und Anregungen und Vorschläge zur Lärmaktionsplanung vorzubringen, wurde die Öffentlichkeit im Amtsblatt der Stadt Coesfeld, veröffentlicht am 04.02.2013, über die örtliche Presse (Allgemeine Zeitung, Artikel vom 05.02.2013) und das Lokalradio (Pressemitteilung der Stadt Coesfeld vom 01.02.2013) informiert. Das Amtsblatt enthielt auch den Hinweis, dass die Ergebnisse der Lärmkartierung im Internet veröffentlicht wurden und dass das komplette Kartenwerk, die Ergebnisdaten sowie alle Gesetzestexte, Richtlinien und weitere Hinweise von den Bürgerinnen und Bürgern über das Internet auf den Seiten des Umgebungslärmportals, das vom Umweltministerium Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen betrieben wird, eingesehen werden können (www.umgebungslaerm.nrw.de).

 

Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung: Anregungen und Vorschläge zur Lärmaktionsplanung

In der Zeit vom 05.02.2013 bis zum 21.03.2013 brachten insgesamt 48 Bürger ihre Interessen in die Lärmaktionsplanung ein. 33 Bürger wandten sich per Telefon, 5 Bürger per Mail und 2 Bürger per Schreiben an die Verwaltung. 8 Bürger erschienen zu einem persönlichen Gespräch im Rathaus.

Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Alle Bürger, die Kontakt mit der Stadt aufgenommen haben, fühlen sich durch den Lärm, der durch die Bundesstraßen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft verursacht wird, gestört.
  • Für 27 Eingaben liegt der im Rahmen der Lärmkartierung berechnete Lärmpegel jedoch so deutlich unter den Auslösewerten, dass die Anspruchsvoraussetzungen für eine Lärmsanierung nicht erfüllt sein können und eine Meldung des Falles an Strassen.NRW als dem zuständigen Straßenbaulastträger nicht erfolgversprechend ist.
  • Für 18 Eingaben liegt der im Rahmen der Lärmkartierung berechnete Lärmpegel oberhalb der Auslösewerte für eine Lärmsanierung oder unterschreitet diesen nur knapp. Diese Fälle werden gemeinsam mit den übrigen, in der Auswertung der Lärmkartierung festgestellten betroffenen Gebäude an Strassen.NRW mit der Bitte weitergeleitet, die Lärmsituation zu überprüfen und festzustellen, ob dem Grunde nach ein Anspruch auf Lärmsanierung besteht.

Anmerkung: Bei den betroffenen Gebäuden handelt es sich im Wesentlichen um Einzelgebäude im Außenbereich. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit kommen in diesen Fällen voraussichtlich keine aktiven Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwände, -wälle), sondern passive Maßnahmen in Form von Lärmschutzfenstern in Frage.

  • Mit Schreiben vom 26.02.2013 wandten sich die Anlieger der B 474 zwischen der Holtwicker Straße und der Bahnlinie Dortmund-Gronau (Straßen Am Stockkamp und Indehell) an die Stadt Coesfeld. Sie weisen darauf hin, dass sie seit Jahren unter dem stark zunehmenden Verkehrslärm durch den regionalen und überregionalen Straßenverkehr auf der B 474 leiden. Angesichts der bestens geschützten „neuen Wohngebiete“ (z.B. Nordwest) sei den betroffenen Anliegern der „Altwohngebiete“ die krasse Ungleichbehandlung nicht weiter zuzumuten. Sie fordern daher eine Sanierung ggf. Erneuerung der Ende der 70er Jahre geplanten und gebauten Lärmschutzwand nach den heutigen technischen Möglichkeiten und Standards. Dem Schreiben beigefügt ist eine Liste mit 76 Unterschriften.
  • Ebenfalls mit Schreiben vom 26.02.2013 mit gleichlautendem Inhalt wandten sich die Anlieger der B 474 zwischen der Borkener Straße und der Bahnlinie Dortmund-Gronau (Straßen Ottoweg, Panningweg, Loburger Kamp, Marienburger Straße) an die Stadt Coesfeld. Dem Schreiben beigefügt ist eine Liste mit 86 Unterschriften.
  • Eine Eingabe erfolgte durch eine Anliegerin der Landesstraße L 555 – Konrad-Adenauer Ring nordöstlich der Holtwicker Straße. Aufgrund der zu geringen Verkehrsbelastung, die unterhalb der für die 2. Stufe der Lärmaktionsplanung festgelegten Grenzwertes liegt, ist die L 555 nicht Bestandteil der Lärmkartierung und damit auch nicht der Lärmaktionsplanung. Dennoch kann die Eigentümerin/der Eigentümer von sich aus einen Antrag auf Überprüfung der Lärmsituation bei Strassen.NRW stellen. Allerdings bestehen im konkreten Fall aufgrund des relativ großen Abstandes zur Fahrbahn und der dazwischen gelagerten Bebauung geringe Aussichten auf Erfolg.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung die folgenden Vorschläge zur Verbesserung der Lärmsituation vorgebracht:

  • Die Wiedereinführung eines „Autofreien Sonntags“.
  • Die Einführung einer Maut auch auf Bundesstraßen. Hiermit soll verhindert werden, dass Lkw die Bundesstraßen als Ausweichstrecken zur Umgehung der Lkw-Maut nutzen.
  • Die restriktivere Handhabung von Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot.
  • Eine veränderte Wegweisung zur Autobahn A 31: Führung des Verkehrs von Coesfeld in Richtung A 31 nicht über die B 525.
  • Der Einbau von Flüsterasphalt. Der Vorschlag wurde unter anderem geäußert von Anliegern der B 525 im Bereich Klye.
  • Die Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, gleichzeitig vermehrte Kontrollen der Geschwindigkeit. Konkret wurde eine Geschwindigkeitsreduzierung für die folgenden Bereiche gefordert:

-        B 525 im Bereich Klye

(Verlängerung der Beschränkung auf 70 km/h bis zur Klye) bzw.

(Reduzierung auf 50 km/h in der Klye)

-        B 525 im Bereich Siedlung Goxel

(50 km/h vor der Ampel, 70 km/h hinter der Ampel) bzw.

(70 km/h gegenüber Siedlung Goxel)

-        B 474 im Außenbereich Brink

(Tempo 70 komplett beibehalten zwischen Wald und Höven)

  • Der Bau von Lärmschutzwänden bzw. die Aufstockung oder Verlängerung von Lärmschutzwällen:

-        Ein Anlieger der B 525 im Außenbereich Harle ist unter Umständen bereit, eine LS-Wand auf eigene Kosten zu bauen. Vor ca. 2 Jahren wurde die Lärmsituation bereits durch Strassen.NRW geprüft. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Anspruchsvoraussetzungen für eine Lärmsanierung sind nicht gegeben sind. Der Anlieger ist unter Umständen bereit, die Kosten für den Bau einer Lärmschutzwand zu übernehmen.

-        Anlieger der Meerkuhle fordern die Aufstockung des bestehenden Walls mit einer begrünten Lärmschutzwand. Aufgrund der geringen Lärmpegel liegen auch hier die Anspruchsvorrausetzungen für eine Lärmsanierung nicht vor. Die Anlieger ziehen ebenfalls in Erwägung, die Wand auf eigene Kosten zu errichten.

-        Verlängerung des Lärmschutzwalles entlang der B 474 – Konrad-Adenauer-Ring an der Kreuzung mit der Holtwicker Straße in nord-östlicher Richtung.

-        Verlängerung des Lärmschutzwalles entlang der B 525 in westlicher Richtung im Bereich der Siedlung Goxel

  • Die geänderte Ampelschaltung in der Kreuzung B 525/K 46-Borkener Straße. Es wird vorgeschlagen, der B 525 insbesondere in den Schwachlastzeiten Dauergrün bei verkehrsabhängiger Grünanforderung aus den Nebenästen zu geben.
  • Die zusätzliche Bepflanzung vor der Lärmschutzwand zwischen der B 474 und der Marienburger Straße.

Folgende Gründe für die unbefriedigende Lärmsituation wurden von den Bürgern genannt:

  • Die Einführung der Autobahnmaut und die damit verbundenen Schleichverkehre über die untergeordneten Straßen.
  • Die Allgemeine Zunahme des Verkehrs.
  • Die Zunahme des Lkw-Verkehrs und des Verkehrs mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen.
  • Die starke Zunahme des Motorradverkehrs. Auf den großen Anteil des Motorradlärms an der Lärmproblematik insbesondere in den Nachtstunden und an den Wochenenden wurde von mehreren Bürgern im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung hingewiesen.
  • Die zu häufig ausgestellten Ausnahmegenehmigungen vom Wochenendfahrverbot.
  • Der Bau von Lärmschutzwällen und –wänden nach den jeweils gültigen Standards auf der gegenüberliegenden Straßenseite, die durch eine Schallreflexion zu einem weiteren Anstieg des Lärms führen. Dieser Hinweis bezog sich konkret auf die Lärmsituation am Panningweg.
  • Die Verschärfung des Lärmproblems nach der Sanierung der B 525 im Bereich Klye durch eine stärkere Überhöhung im Kurvenbereich.
  • Der gesteigerte Lärm im Bereich von Kreuzungen und durch Ampelanlagen. Konkret wurde dieser Punkt vorgetragen für die

-        Kreuzung der B 474 und der B 525

-        Einmündung des Auffahrtarms von der Dülmener Straße auf die B 525.

Für den letztgenannten Einmündungsbereich wurde durch einen Bürger die Ansicht vertreten, dass der Lärm deutlich zurückgegangen sei, während die Ampel im vergangenen Jahr für mehrere Wochen ausgeschaltet gewesen sei.

  • Die Verschlechterung der Lärmsituation durch Entfernen von Bäumen

-        Am Stockkamp

-        Siedlung Goxel

Als Faktoren, die die Lärmsituation in der Vergangenheit positiv beeinflusst haben, wurden benannt.

  • Die bereits durchgeführten Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung z.B. auf der B 525 nördlich der Borkener Straße (70 km/h als zulässige Höchstgeschwindigkeit)
  • Die häufigen Geschwindigkeitskontrollen im genannten Abschnitt der B 525.

 

 

 

Aufstellung des Lärmaktionsplanes

Der Rat der Stadt Coesfeld hat in seiner Sitzung am 18.07.2013 den Lärmaktionsplan der Stadt Coesfeld entsprechend der Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm in Verbindung mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz, Teil 6 – Lärmminderungsplanung durch Beschluss aufgestellt. Der Beschluss enthielt den Hinweis, dass der Aktionsplan gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt in Abhängigkeit von den Prüfungsergebnissen des Landesbetriebes Straßenbau NRW in Bezug auf Maßnahmen der Lärmsanierung und mögliche Geschwindigkeitsbeschränkungen ergänzt wird. Die Öffentlichkeit wurde durch die Bekanntmachung im Amtsblatt der Stadt Coesfeld, erschienen am 15.08.2013, über die Aufstellung und die Möglichkeiten der Einsichtnahme informiert.

 

Lärmaktionsplan

Auszug aus der Niederschrift der Sitzung des Rates der Stadt Coesfeld vom 18.07.2013

Beschlussvorlage 128/2013

 

Der Lärmaktionsplan konnte in der Zeit vom 03. September 2013 bis einschließlich 04. Oktober 2013 bei der Stadtverwaltung Coesfeld eingesehen werden.

Prüfung durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW

1. Auf Grundlage des am 18.07.2013 vom Rat beschlossenen Lärmaktionsplanes stellte die Stadt mit Schreiben vom 17.05.2013 beim Landesbetrieb Straßenbau NRW den Antrag, die Lärmsituation für die Grundstücke nach den Regelungen der Lärmsanierung zu prüfen, deren in der Lärmkarte dargestellter Lärmpegel die Grenzwerte der Lärmsanierung überschreitet bzw. annähernd erreicht oder für die die Bürger ihre Interessen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung eingebracht hatten. Dies betraf zunächst 68 Grundstücke entlang der Bundesstraßen B 474 und B 525. Auf Wunsch des Landesbetriebes wurde dieser Prüfauftrag mit Schreiben vom 06.06.2014 konkretisiert., da sich der Landesbetrieb aufgrund der knappen Personalkapazitäten zu einer umfangreichen Prüfung nicht in der Lage sah. Daher sollte sich die Prüfung der Lärmsituation nunmehr auf die Fälle beschränken, wo die Immissionswerte der Lärmsanierung nach der Lärmkartierung (deutlich) überschritten werden. Im Einzelnen waren dies die folgenden Grundstücke. Die Grundstücke mit der höchsten Lärmbelastung und damit der höchsten Priorität wurden fett gekennzeichnet:


Letter Berg 14, Loburger Straße 55, Brink 20, Brink 35, Sirksfelder Weg 2, Brink 27, Brink 40, Brink 40a, Brink 39, Goxel 63, Goxel 62, Goxel 60, Goxel 48, Goxel 43, Goxel 37a, Goxel 27, Goxel 29, Goxel 64, Goxel 73, Goxel 72, Berningweg 15, Zur Hasenkapelle 2c, Zur Hasenkapelle 2, Rekener Postweg 3a, Rekener Postweg 1, Rekener Postweg 3, Goxel 4, Goxel 5, Goxel 6, Harle 62, Harle 92, Harle 93, Harle 93a, Harle 94, Harle 85


Mit Schreiben vom 02.11.2017 übermittelte der Landesbetrieb die Ergebnisse der Überprüfung für die Grundstücke mit der höchsten Priorität:


Goxel 48: EG: 73/65 dB(A) tags/nachts 1.OG 72/65 dB(A) tags/nachts
Goxel 27: EG: 71/64 dB(A) tags/nachts 1.OG 71/64 dB(A) tags/nachts
Rekener Postweg 1: EG: 64/56 dB(A) tags/nachts 1.OG 71/64 dB(A) tags/nachts
Harle 62: EG: 68/61 dB(A) tags/nachts 1.OG 69/61 dB(A) tags/nachts
Harle 92: EG: 66/59 dB(A) tags/nachts 1.OG 66/59 dB(A) tags/nachts
Harle 93a:  EG 68/61 dB(A) tags/nachts 1.OG 68/61 dB(A) tags/nachts


Im Ergebnis werden bei fünf von sechs Grundstücken die Auslösewerte zur Lärmsanierung an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes (69 dB(A) am Tag und 59 dB(A) in der Nacht) überschritten, so dass dem Grunde nach ein Anspruch auf Lärmsanierung besteht. Die Verwaltung wird mit den betroffenen Grundstückseigentümern Kontakt aufnehmen und das Interesse an Maßnahmen der Lärmsanierung abfragen. Sollte ein Interesse bestehen, wird der Landesbetrieb nach einer entsprechenden Mitteilung der Stadt das Verfahren der Lärmsanierung auf den Weg bringen. Ein persönlicher Antrag der Grundstückseigentümer ist nicht mehr erforderlich. Mit Schreiben vom 09.11.2017, welches ebenfalls als Anlage beigefügt ist, wurden die Ergebnisse und die sich daraus ergebenden Folgen durch den Landesbetrieb noch einmal näher erläutert. In diesem Schreiben weist der Landesbetrieb darauf hin, dass eine Überprüfung der verbleibenden Grundstücke auf einen Anspruch auf Lärmsanierung erst nach Eingang eines entsprechenden Antrages durch den Betroffenen erfolgt.


2. Zusätzlich wurde der Landesbetrieb mit Schreiben vom 17.05.2013 gebeten,
• zu prüfen, ob in einzelnen Fällen die Voraussetzungen der Lärmschutz-Richtlinien-StV für eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorliegen und
• die von den Bürgern eingereichten konkreten Vorschläge zur Verbesserung der Lärmsituation zu bewerten.


Mit dem oben genannten Schreiben vom 09.11.2017 nimmt der Landesbetrieb zu den einzelnen Punkten Stellung. Einzelheiten können dem Schreiben selbst entnommen werden. Zusammenfassend kann Folgendes festgehalten werden:


• Bei keiner der Anregungen auf Errichtung von Lärmschutzwänden oder Erhöhung bzw. Verlängerung von Lärmschutzwällen liegt eine Anspruchsvoraussetzung für eine Lärmsanierung bzw. ein rechtlicher Anspruch für eine solche Maßnahme vor. Da somit die zwingende Grundlage fehlt, kann der Landesbetrieb keine Zustimmung für eine solche Maßnahme erteilen.


• Die angeregte Änderung der Ampelschaltung im Knotenpunkt B 525/K 46 wurde bereits ausgeführt
Offenporige Asphalte, wie auch andere lärmmindernde Beläge erzielen ihre gewünschte Wirkung, wenn die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit mehr als 60 km/h beträgt. Sobald eine Deckensanierung in dem betroffenen Abschnitt ansteht, wird auch die Möglichkeit des Einsatzes von lärmmindernden Fahrbahnoberflächen geprüft. Art und Umfang werden aber erst zu diesem Zeitpunkt festgelegt. Anspruch auf eine vorgezogene Realisierung besteht nicht.


• Die Zuständigkeiten, das Verfahren und die Voraussetzungen für Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Lärmschutzgründen sind im Schreiben vom 09.02.2017 ausführlich beschrieben. Der Landesbetrieb weist ausdrücklich darauf hin, „dass der widmungsrechtliche Zweck einer Bundesfern- oder Landesstraße oftmals durch verkehrsrechtliche Anordnungen in Frage gestellt werden kann. Zudem kann durch eine Beschränkung des Verkehrs eine Verlagerung stattfinden, die eine Mehrbelastung an anderer Stelle hervorruft.“  Somit hätte eine Absenkung der Geschwindigkeit nicht nur negative Auswirkungen auf die Allgemeinheit der Verkehrsteilnehmer, sondern gegebenenfalls auch auf die Anlieger der Straßen, die durch die Verkehrsverdrängung eine Mehrbelastung erfahren.


Aus den Ergebnissen der Lärmkartierung können keine flächenhaften, sondern nur punktuelle Überschreitungen der Auslösewerte für eine Lärmsanierung abgeleitet werden. Bei solchen punktuellen Überschreitungen stellen gebäudebezogenen Maßnahmen zur Lärmsanierung den geeigneteren Ansatz zur Reduzierung der Lärmimmissionen dar. Daher wird unter Berücksichtigung der Stellungnahme des Landesbetriebes und aus Gründen der Verhältnismäßigkeit auf Geschwindigkeitsbegrenzungen zur Absenkung des Lärmniveaus verzichtet.

Schreiben von Straßen.NRW vom 02.11.2017
Schreiben von Straßen.NRW vom 09.11.2017

Aufstellung des ergänzten Lärmaktionsplanes

Unter Berücksichtigung der Prüfergebnisse und der Stellungnahme des Landesbetriebes Straßenbau wurde der am 18.07.2013 aufgestellte Lärmaktionsplan unter dem Punkt „3.2 Geplante Maßnahmen zur Lärmminderung für die nächsten fünf Jahre“,


• „Unterpunkt B.: Verminderung von Schallemissionen“ und
• „Unterpunkt D.2: Verringerung von Schallimmissionen, Lärmschutz an den Bundesstraßen B 474 und B 525“

ergänzt.


Den so ergänzten Lärmaktionsplan hat der Rat der Stadt Coesfeld in seiner Sitzung am 21.12.2017 entsprechend der Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm in Verbindung mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz, Teil 6 – Lärmminderungsplanung durch Beschluss aufgestellt. Die Öffentlichkeit wurde durch die Bekanntmachung im Amtsblatt der Stadt Coesfeld, erschienen am 15.01.2018, über die Aufstellung und die Möglichkeiten der Einsichtnahme informiert.

Ergänzter Lärmaktionsplan
Auszug aus der Niederschrift der Sitzung des Rates der Stadt Coesfeld vom 21.12.2017
Beschlussvorlage 298/2017

Der Lärmaktionsplan konnte in der Zeit vom 26. Januar 2018 bis einschließlich 26. Februar 2018 bei der Stadtverwaltung Coesfeld eingesehen werden.

Kontaktdaten Holger Ludorf