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150 Jahre Eisenbahn in Coesfeld: Lichtbildvortrag am Dienstag (23.09.) um 19 Uhr
Pater Dr. Daniel Hörnemann zeigt ein Stück Eisenbahngeschichte im Stadtmuseum DAS TOR
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Seit 1875 verbindet die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn Ruhrgebiet, Westmünsterland und die Niederlande. Auf Grund dieses Jubiläums bietet das Stadtmuseum DAS TOR am Dienstag (23.09.) um 19 Uhr einen Vortrag von Pater Dr. Daniel Hörnemann an. Er zeigt und erläutert darin zahlreiche Bilder aus der Geschichte dieser Bahnstrecke. Zudem stellt er sein neues 820seitiges Buch vor: „Die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahngesellschaft. Vom Ruhrgebiet durch das Münsterland in die Niederlande. Die Geschichte einer Privatbahn von ihrer Konzession 1872 bis zur Verstaatlichung 1903“ vor. Die Teilnahme ist frei; eine Anmeldung ist erwünscht.
Zum Thema:
Nach dem von Deutschland gewonnenen Kriege 1870/71 tauchten überall Bahnbauprojekte auf, darunter auch eines, das sich die Abfuhr von Kohle aus dem Ruhrgebiet nach Holland zur Aufgabe stellte. Die Strecke Dortmund-Gronau-Enschede bildete den kürzesten Weg für Kohlentransporte zur Textilindustrie des nordwestlichen Westfalen und nach Holland. Die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn-Gesellschaft (Konzessionierung 1872) begann 1874 nach langwieriger Projektierung und Sicherstellung der Finanzen (die Strecke Dortmund - Enschede sollte am Ende ca. 7 Millionen Taler kosten) mit dem Bau einer Bahnstrecke von Dortmund über Gronau bis Enschede. Das Teilstück Dülmen-Ost über Merfeld und Lette nach Coesfeld wurde am 1. August 1875 fertiggestellt. Die Gesamtstrecke war ab 30. September 1875 befahrbar. Sie hatte eine Gesamtlänge von 98,90 km. Die Dortmund-Gronau-Enscheder-Eisenbahn besaß 1880 102 km Baulänge mit einem Anlagekapital von 18.106.089 Mark (176.974 Mark pro km Bahnlänge). Als Betriebsmittel standen 11 Lokomotiven, 562 Güterwagen und 20 Personenwagen zur Verfügung. Der Maschinenpark bestand 1903 aus 26 Lokomotiven und immerhin 3.866 Wagen. Die Bahnstrecke diente vor allem dem langsameren Güterverkehr, aber auch dem Personenverkehr, der Beförderung von Arbeitern nach dem Ruhrgebiet, vor allem nach Dortmund. Ab 30. September 1875 verkehrten drei Zugpaare täglich auf der Strecke nach Fahrplan.
Wie viele andere Bahngesellschaften ging auch die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn-Gesellschaft am 1. Januar 1903 in das Eigentum der Königlich-Preußischen-Eisenbahn-Verwaltung über. Somit erweiterte sich das preußische Schienennetz um 96,89 km Hauptbahn. Die Gesamtleistung des Staates betrug 66.647.000 Mark, auf 1 km Bahnlänge angerechnet: 687.363 Mark. Die westfälische Privatbahn weigerte sich bis zuletzt standhaft, sich von Preußen verstaatlichen zu lassen. Als staatliche Strecke wäre sie dann 1993 fast ganz von der Bundesbahnkarte verschwunden.
Nach einer Aufarbeitung der Strecke scheint die Zukunft der Bahnlinie Dortmund-Gronau-Enschede jedoch weiterhin im internationalen Personennahverkehr gesichert. Der Güterverkehr ist gänzlich auf die Straße abgewandert.
Vor knapp 150 Jahren, am 30. September 1875, wurden die Schienenstrecken von Münster und von Dortmund nach Gronau (Westf) eingeweiht und für den Verkehr freigegeben. Die Strecke von Gronau (Westf) nach Enschede folgte am 15. Oktober 1875.
Anmeldungen bitte an Dr. Kristina Sievers-Fleer im Stadtmuseum, per E-Mail: dastor.coesfeld@coesfeld.de oder Tel: (02541) 939-3721.
Lichtbildvortrag „150 Jahre Eisenbahn in Coesfeld“: Dienstag (23.09.) um 19 Uhr im Stadtmuseum DAS TOR, mit Pater Dr. Daniel Hörnemann