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Staudenbeet statt Schottergarten?
Jetzt Abpflastern: Wer versiegelte Flächen in naturnahe Bereiche wandelt, kann kostenfreie Bauschuttcontainer nutzen und Geld aus dem Klimaschutzfonds der Stadt Coesfeld
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Die Stadt Coesfeld unterstützt mit der deutschlandweiten Initiative „Abpflastern“ mehr Grün und Klimaanpassung im privaten Wohnumfeld. „Im Rahmen einer Förderung stellt der Kreis Coesfeld kostenfreie Bauschuttcontainer inklusive Entsorgung zur Verfügung. Die Stadt Coesfeld stockt die Förderung des Kreises auf, sodass zehn weitere Umgestaltungen auf dem Stadtgebiet Coesfeld mit kostenfreien Bauschuttcontainern gefördert werden“, sagt Klimamanagerin Julika Fritz. Unterstützt wird die Aktion vom Entsorgungsunternehmen Remondis Coesfeld, Mitglied des Klimapakts Kreis Coesfeld, das einen Teil der Kosten übernimmt.
Wer versiegelte private Flächen, etwa Schottergärten oder gepflasterte Einfahrten, Terrassen oder ähnliches zurückbauen möchte, kann sich noch bis 30. September kostenlose Bauschuttcontainer bereitstellen lassen.
Voraussetzung ist eine vorherige Bewerbung. Interessierte können sich über ein kurzes Antragsformular auf der Website des Kreises Coesfeld bewerben. Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular sind verfügbar unter: coe.de/containerfoerderung
Beim Abpflastern bauen Teilnehmerinnen und Teilnehmer versiegelte Flächen Schritt für Schritt zurück und ersetzen sie durch naturnahe Gestaltungen.
Zusätzliche Unterstützung gibt es vom Klimaschutzfonds der Stadt Coesfeld: Für die anschließende Umgestaltung bisher versiegelter Flächen gibt es Fördermittel. Beim Fördergegenstand „Flächenentsiegelung“ werden 50 Prozent der Kosten (max. 800 Euro pro Projekt) übernommen. Die Förderrichtlinie und die Antragstellung sind zu finden unter www.coesfeld.de/klimaschutzfonds. Die Containerförderung und die Förderung über den Klimaschutzfonds können kombiniert werden.
Zum Thema:
Mineralisch angelegte Staudenbeete im Unterschied zu Schottergärten
Schotterbeet oder Staudenfläche? Das ist auf den ersten Blick nicht immer leicht erkennbar.
So wandelt auch der Baubetriebshof der Stadt Coesfeld seit einigen Jahren immer mehr Straßen- und Wegeränder um in Staudenbeete, die zunächst doch recht kahl aussehen. Grund dafür ist eine mineralische Schotterabdeckung, in die die Stauden gepflanzt werden. Sie sorgen für einen Schutz der Pflanzen und helfen, die Beete pflegeleicht zu halten.
„Mineralisch angelegte Staudenbeete mit Schotterabdeckung – auch als „Kiesbeete“ oder „Präriebeete“ bezeichnet – bieten, sofern fachgerecht geplant und umgesetzt, zahlreiche Vorteile“, sagt Ingo Kappel vom städtischen Baubetriebshof. Immer wieder kriegt er Anfragen, warum die Stadt denn nun selber Schottergärten anlege. Direkt nach dem Anlegen der mineralischen Staudenbeete, kann eine Verwechslung durchaus noch passieren: „Der humose Boden wird bei den mineralisch angelegten Staudenbeeten häufig mit einer 5 bis 10 Zentimeter dicken Schicht aus Splitt, Lava oder Kies bedeckt. Der Anteil an bepflanzter Fläche ist jedoch deutlich höher als bei einem reinen Kies/Schotterbeet. Ziel dieser Gestaltung ist eine naturnahe Optik, verbesserte Wasserdurchlässigkeit, ein geringerer Pflegeaufwand sowie eine natürliche Ästhetik“, erklärt Ingo Kappel. Einige Zeit nach dem Anlegen wird das obere Material also von Pflanzen überwachsen und die Ähnlichkeit zu einem Schottergarten ist dahin.
„Die Schotterschicht der mineralisch angelegten Staudenbeete minimiert unerwünschten Unkrautwuchs und hält den Boden locker. Somit verringern sich Hack- und Jätarbeiten. Es wird ein schneller Wasserabfluss gewährleistet, was für trockenheitsresistente Stauden ideal ist und Staunässe verhindert. Durch Wärmespeicherung der Steine entsteht ein Mikroklima, das besonders wärmeliebenden Pflanzen zugutekommt und die Vegetationsperiode leicht verlängern kann. Diese Beete sind für Standorte mit geringer Wasserversorgung geeignet: Typische Pflanzen wie Lavendel, Salbei und Gräser sind hierfür prädestiniert. Mineralische Beete wirken klar strukturiert und bleiben auch im Winter optisch ansprechend, da Schotter und Pflanzenstruktur erhalten bleiben. Die Schotterschicht schützt den Boden vor Verdichtung durch Niederschlag und der Aufbau kann ökologisch sinnvoll sein, wenn heimische Arten Verwendung finden“, benennt Ingo Kappel die Vorteile eines mineralisch angelegten Staudenbeets.
Anders ein reines Kiesbeet, oft mit Wurzelsperre oder Unkrautvlies, wie es in Schottergärten zu finden ist: Das gilt zunächst als pflegeleicht, weist jedoch einige Nachteile auf: „Während der Sommermonate kann sich das Beet stark aufheizen, was das Mikroklima beeinträchtigt und angrenzende Pflanzen oder Gebäude zusätzlich beansprucht. Entgegen der Annahme setzt sich mit der Zeit organisches Material ab, sodass trotz Vlies Unkräuter keimen können, deren Entfernung erschwert wird. Auch organische Reste wie Laub und Samen sammeln sich zwischen den Steinen. Die Reinigung erfordert regelmäßige und teilweise aufwendige Maßnahmen. Kiesflächen bieten wenig Lebensraum für Insekten, Vögel oder Bodenorganismen und sind ökologisch weniger wertvoll als bepflanzte Beete“, so Ingo Kappel.