Aktuelles
Erste Vorbereitungen für die Umgestaltung der Fürstenwiesen
Renaturierung der NaturBERKEL beginnt
Veröffentlicht am

Die ersten Baufahrzeuge liefern Material für die Bauwagen-Container, die am Rand der Fürstenwiesen aufgestellt werden sollen: In diesen Tagen beginnen die Arbeiten für das Projekt NaturBERKEL zur Umgestaltung des bisher landwirtschaftlich genutzten Grünlands. Hier investiert die Stadt Coesfeld in den nächsten zweieinhalb Jahren in Hochwasserschutz und Ökologie. Dafür wird eine neue, naturnahe Auenfläche für die Berkel geschaffen.
Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg sagt: „Die Umgestaltung der NaturBERKEL ist eines der großen Zukunftsprojekte dieses Jahrzehnts für unsere Stadt Coesfeld. Wir stellen uns neu auf – für mehr Hochwasserschutz und mehr ökologische Gewässervielfalt. Die NaturBERKEL ist gleichzeitig ein Beitrag zur Klimafolgenanpassung. Ich freue mich, dass es nun los geht.“
Bevor die eigentlichen Arbeiten in der neuen Sekundär-Aue beginnen, wird zunächst der Wirtschaftsweg im Sükerhook ertüchtigt: Er soll zusätzlichen Fahrzeugverkehr aufnehmen, denn der Blomenesch, der quer durch die Fürstenwiesen führt, wird in der Bauzeit komplett gesperrt. Baustart für den Umbau des Wirtschaftsweges soll voraussichtlich Ende November sein.
Die Baukosten für das anstehende Projekt NaturBERKEL wurden mit insgesamt rd. 9,8 Mio Euro veranschlagt. 80 Prozent werden aus Mitteln der Förderrichtlinie „Hochwasserrisikomanagement und Wasserrahmenrichtlinie“ finanziert.
Zum Thema: NaturBERKEL
Mit dem großen Bauprojekt „NaturBERKEL“ sollen zwei wichtige Ziele erreicht werden: Die Berkel soll damit bis 2027 ökologisch aufgewertet und als Fluss wieder durchgängig gemacht werden für Fische und Kleinstlebewesen. Gleichzeitig wird der Hochwasserschutz an die aktuellen Erfordernisse angepasst: Im Bereich der sogenannten „Fürstenwiesen“ wird die Berkel künftig umgeleitet durch naturnah gestaltete Auenflächen, die bei Hochwasser zur Entlastung der Innenstadt genutzt werden können. Und auch dem Klimaschutz wird Rechnung getragen; Im Bereich der Fürstenwiesen wird eine Torffläche dauerhaft wieder vernässt und somit ein ehemaliges Moor reaktiviert.
Im ersten Schritt wurde 2023 oberhalb der Waldstraße ein Drosselbauwerk errichtet, das dafür sorgt, dass Wasser bei hohen Pegelständen der Berkel auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen läuft. Dieses Drosselbauwerk sichert jetzt die anstehenden Bauarbeiten in den eigentlichen Fürstenwiesen. Sie waren bisher landwirtschaftlich als Grünland genutzt und sind ein ökologisch sensibler Bereich. Sämtliche Arbeiten müssen nicht nur Witterung und Niederschläge berücksichtigen, sondern auch Belange von Fauna und Flora.
Im Frühjahr 2025 fand deshalb eine große sogenannte Vergrämungsmaßnahme statt: Bodenbrütende Vögel wurden durch Flatterbänder in Unruhe versetzt und auf bereitgestellte benachbarte Brutflächen verwiesen.
Die „NaturBERKEL“ und die bereits umgestaltete „UrbaneBERKEL“ in der Innenstadt sind als Einheit zu betrachten: Zur Sicherung des Hochwasserschutzes und für ökologische Standards gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Gleichzeitig waren sie als Projekt der Regionale 2016 eine Initialzündung für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die den Fluss wieder ins Stadtbild zurückbringt und die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der BerkelSTADT Coesfeld erhöht. Startpunkt war die Umgestaltung der Innenstadtberkel im Schlosspark und die Schaffung der durchgängigen „Berkelpromenaden“.
Auch die innerstädtische Berkelumflut wurde naturnah und hochwassersicher umgestaltet, am früheren Normannwehr entstand eine Fischtreppe, die benachbarte Grünanlage wurde aufgewertet. Die Umgestaltung der Fegetasche, die im Stadtpark von der Berkel abzweigt und am Südwall wieder in die Umflut gelangt, ermöglicht einen Wanderkorridor für Fische. Dieser erfüllt die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.
Für die Gesamtbaumaßnahme in den Fürstenwiesen und an den Gewässern im Stadtpark ist eine Bauzeit von etwa zweieinhalb Jahren geplant. Anschließend sollen die Grün- und Freizeitflächen im Stadtpark umgestaltet werden; erste Ideen dazu gibt es bereits.