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Kläranlage Goxel: Selbst erzeugter Strom vom Dach bringt viele Vorteile

Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität

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Dachflächen der Kläranlage von oben, mit PV-Modulen belegt
Seit letztem Sommer produziert die Kläranlage in Goxel einen Teil ihres Stroms selbst, und zwar durch eine PV-Anlage auf den Dächern. Foto: © Abwasserwerk der Stadt Coesfeld

Das Zentralklärwerk in Goxel hat einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität gemacht: Auf den Dächern der Anlage wurde im vergangenen Jahr eine Photovoltaikanlage mit knapp 500 Modulen und einer Gesamtleistung von 218,94 kWp installiert. Seit der Inbetriebnahme am 9. Juli 2025 hat die Anlage bis Ende Mai 2026 bereits etwa 130.000 kWh Strom erzeugt. Zum Vergleich: Die prognostizierte Jahresproduktion von rund 155.000 kWh entspricht dem durchschnittlichen Strombedarf von etwa 40 Vier-Personen-Haushalten.

Der auf den Dächern selbst erzeugte Strom wird auf der Kläranlage vollständig vor Ort genutzt. Er kommt dem energieintensiven Betrieb der Anlage damit direkt zugute. Dadurch können der Bezug von Netzstrom reduziert, die Stromnetze entlastet und gleichzeitig Betriebskosten gesenkt werden. Zudem werden jährlich rund 53 Tonnen CO₂ eingespart.

„Wir freuen uns, unsere Prozesse immer mehr auf erneuerbare Energien umstellen zu können und damit zum Klimaschutz beizutragen. Neben dem Betrieb von zwei Bockheizkraftwerken zur klimaneutralen Stromerzeugung aus Klärgas werden jetzt zusätzlich unsere Dachflächen auf dem Klärwerk für die Erzeugung von elektrischem Strom durch Sonnenenergie genutzt, wodurch insgesamt ca. 90 Prozent des benötigten Stroms für die Abwasserreinigung und Schlammbehandlung direkt vor Ort erzeugt werden“, sagt Hermann Schulze-Bröring, Leiter des Zentralklärwerks.

Um die Klimaneutralität weiter voranzutreiben, beteiligt sich das Zentralklärwerk außerdem als Praxispartner am Forschungsprojekt „KlärKraftWende (K²W)“ der FH Münster. Ziel ist es, weitere Potenziale für einen klimaneutralen Anlagenbetrieb zu erschließen, beispielsweise durch die Nutzung von Wärme aus gereinigtem Abwasser.

Finanziell unterstützt wurde der Bau der Photovoltaik-Anlage auf der Kläranlage Goxel durch eine 90-prozentige Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Eigenanteil der Stadt Coesfeld belief sich auf etwa. 33.000,00 Euro.