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Vom Nutzen künstlicher Intelligenz und dem Geschenk echter Menschlichkeit

Beim Stadtempfang wurden wieder die Ehrenamtspreise verliehen

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fünf neue Preisträger:innen eingerahmt von zwei Frauen und einem Mann
Gruppenfoto mit den neuen Ehrenamtspreisträger:innen zum Abschluss des Stadtempfangs in der Bürgerhalle Foto: © Stadt Coesfeld

Mitreißende Musik vom Spielmannszug Blaue Husaren, eine eindringliche Begrüßung durch Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg und interessante Impulse bestimmten den ersten Teil des Stadtempfangs, der am Freitagabend in der Bürgerhalle stattfand.

„Wir müssen uns als Stadtgesellschaft Veränderungen stellen und auch darüber sprechen, was wir uns künftig leisten wollen und was wir anders neu gewichten. Der finanzielle Rahmen wird enger. Es darf aber nicht dazu führen, dass Ehrenamtliche noch mehr belastet werden“, betonte Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg.

Einen Blick auf ein aktuell diskutiertes Thema warfen Johanna Wittling, Leiter in der Volkshochschule Coesfeld, und Dr. Matthias Begenat vom CAIS der Universität Bochum in ihren Vorträgen: „Wenn Wissen durch KI jederzeit verfügbar ist – brauchen wir dann überhaupt noch Einrichtungen der Weiterbildung? Und welchen Wert hat der Mensch dann noch für unsere Stadtgesellschaft?“

Im zweiten Teil des Abends stellte Andrea Zirkel, Pressesprecherin der Stadt Coesfeld, die fünf Preisträgerinnen und Preisträger der Ehrenamtspreise 2026 vor und kam dabei „vom Nutzen künstlicher Intelligenz zum Geschenk echter Menschlichkeit“.

Überreicht wurden die Ehrenamtspreise von Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg und Ralf Gottheil von der Sparkasse Westmünsterland, die diese auch öffentliche Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements seit vielen Jahren finanziell unterstützt.

Zum Abschluss brachte Markus Eckrodt, selbst Ehrenamts-Preisträger in diesem Jahr, am Flügel eindrucksvoll zu Gehör, was für ihn Heimat bedeutet, bevor der Stadtempfang traditionell mit dem gemeinsam gesungenen Heimatlied von Natz Thier endete.

Ehrenamtspreise gab es in diesem Jahr für:

Markus Eckrodt

Markus Eckrodt ist eng verbunden mit der St. Jakobikirche. Hier war er schon als Kind Messdiener, in der KJG und im Jungen Chor aktiv, später auch als Organist und im Kirchenvorstand. Seit 2012 ist er erster Vorsitzender des traditionsreichen Kirchenchores St. Jakobi. 

Die Musik begleitet Markus Eckrodt: Im Karneval bei der An-Ko-Blu, wo er seit 2012 maßgeblich beteiligt ist beim Programm und der Organisation der Büttabende. Und auch bei den Bürger- und Junggesellenschützen, deren 2. Vorsitzender er seit 2018 ist und den reibungslosen und feierlichen Ablauf der Schützenfeste unterstützt.

Organisatorische Verantwortung übernahm Markus Eckrodt auch in der Verwaltung des Kolpinghauses, wo es unter seinem Vorsitz gelang, den Trägerverein und damit auch das Kolpinghaus selbst als Coesfelder Institution gut aufzustellen für die Zukunft.

Annedore Köning

Annedore Köning suchte, als sie in den Ruhestand ging, ganz bewusst nach einem Ehrenamt, das ihr Freude macht und wo sie ihre Zeit sinnvoll eingesetzt sieht. Fündig wurde sie beim Mentoring Coesfeld, wo sie seit acht Jahren Grundschulkindern beim Lesenlernen hilft. 

Doch dabei blieb es nicht, schnell kamen weitere Ehrenämter hinzu: Und so ist Annedore Köning ebenfalls fast wöchentlich aktiv als ehrenamtliche Fahrerin beim BürgerBus Coesfeld. Im Beirat der Sportgemeinschaft 06 organisiert und begleitet sie Seniorenausflüge. Als Aufsicht bringt sie sich im Stadtmuseum DAS TOR und der alten Synagoge ein und als gelegentliche Küsterin in der Evangelischen Kirche. Auch für spontane Einsätze nimmt sie sich gern zusätzlich Zeit, wo Hilfe gebraucht wird.

Ludger Mensing

Ludger Mensing war mehr als 20 Jahre lang ein- bis zweimal wöchentlich unterwegs für die Coesfelder Tafel. Mit seinem privaten PKW sammelte er nicht verkaufte Lebensmittel bei Supermärkten und Bäckereien ein und brachte sie zur Ausgabestelle, wo sie von anderen Mitgliedern des Tafel-Teams sortiert und für die Verteilung an Bedürftige vorbereitet wurden. Während anfangs etwa 40 Coesfelder Familien versorgt wurden, ist die Coesfelder Tafel aktuell wichtige Lebensmittel-Quelle für mehr als 900 Erwachsene und fast 600 Coesfelder Kinder.  

Ebenfalls lange ehrenamtlich aktiv war Ludger Mensing bei der Altkleider- und Altpapiersammlung der Kolpingsfamilie und als jahrzehntelanger Blutspender. 

Martin Stricker

Martin Stricker ist seit vielen Jahren beim Weißen Ring aktiv, der bundesweit tätigen Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Neben der persönlichen Beratung und dem menschlichen Beistand von Menschen, die Gewalt erlebt haben, ist auch die Prävention ein Schwerpunkt des Weißen Ringes.

Martin Stricker ist dafür in Schulen, Betrieben und Vereinen unterwegs und deckt ein breites Themenspektrum ab: vom Kurs zur Selbstverteidigung über Infos zu Telefon-Betrugsmaschen oder Cyberkriminalität bis hin zu Aufklärung über strukturelle Gewalt oder sexuellen Missbrauch. 

In der Corona-Pandemie baute Martin Stricker einen ehrenamtlichen Fahrdienst auf, der ältere Menschen zum Impfzentrum nach Dülmen brachte. Das Team vom Fahrdienst verhalf mehr als 500 Senioren zu einer sicheren und kostenlosen Fahrt zum Impfzentrum.

Auch in der Alltagshilfe beim SeniorenNetzwerk bringt Martin Stricker sich aktiv ein.

Anja Uphues

Anja Uphues trat schon als Kind dem Spielmannszug Blaue Husaren bei, lernte mehrere Instrumente und wirkt bis heute aktiv mit bei Auftritten zu Schützenfesten, Ständchen und Jubiläen.

Sie unterrichtet seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche im Spielmannszug. Auch ihrem besonderen Einsatz ist es zu verdanken, dass der Spielmannszug Blaue Husaren gute Nachwuchszahlen hat und Spielleute begeistert im Alter zwischen sieben und 47 Jahren.

Der Spielmannszug bedeutet Anja Uphues Musik und Gemeinschaft - und so ist sie zusätzlich auch im Vereinsvorstand aktiv: als Schriftführerin, bei der Vorbereitung der Probenwochenenden oder der Pflege der Vereins-Website und Social Media. Sie widmet ihre Freizeit den Blauen Husaren und ist darüber hinaus auch Mitglied im Elferrat der An-Ko-Blu, mit der der Spielmannszug im Karneval aktiv ist.

Zum Thema Ehrenamtspreise:

Neben der ideellen Anerkennung durch eine entsprechende Urkunde erhalten die Preisträger:innen auch eine finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit.

Möglich macht dies ein Angebot der Sparkasse Westmünsterland an alle Städte und Gemeinden in ihrem Geschäftsgebiet. Mit ihrer Ehrenamtsinitiative unterstützt sie kommunalen Würdigungen mit jährlich insgesamt 3.000 Euro pro Kommune. 

Aufgerufen zur Einreichung von Vorschlägen wird regelmäßig zum Internationalen Tag der Freiwilligen am 5. Dezember. Jury entscheidet abschließend über die Preisvergabe. Zu dieser Ehrenamtspreis-Jury gehören mehrere Frauen und Männer, die ganz unterschiedlich in der Stadtgesellschaft vernetzt sind, neben Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg sind das aktuell: Dechant Johannes Hammans, Josef Kortüm, Veronika Wessling, Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann, Johannes Evers, Philipp Mussinghoff und Wolfgang Senk